EAM entsteht neu und heißt "Energie aus der Mitte"

Rückkauf: Eon Mitte kostet "nur" 600 Millionen Euro

Kassel. Zwölf Landkreise in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie die Stadt Göttingen bereiten sich auf die nächsten Schritte zum Rückkauf des Energieversorgers Eon Mitte vor.

Inzwischen liegen allen Kreistagsabgeordneten die Details zu einer der größten Transaktionen in der deutschen Energiewirtschaft vor. Nach HNA-Informationen sollen für die 73,3 Prozent Anteile an Eon Mitte annähernd 600 Millionen Euro an den Eon-Konzern gezahlt werden.

Das ist deutlich weniger als die bisher vermuteten 700 Millionen Euro. Mit dem Verhandlungsergebnis "sind wir sehr zufrieden", sagt der Sprecher des Landkreises Kassel, Harald Kühlborn. Der Landkreis Kassel hält derzeit 3,3 Prozent an Eon Mitte und ist einer der 13 Alteigentümer, die jetzt den Energieversorger komplett zurückkaufen wollen. Im November soll das Vorhaben in den Kreistag eingebracht und im Dezember die nötigen Beschlüsse gefasst werden. Kühlborn geht davon aus, dass es für den Rückkauf eine Mehrheit im Kreistag geben wird.

Mit breiten Mehrheiten für das Vorhaben, die Gewinne aus dem Stromgeschäft in der Region zu lassen und dazu Arbeitsplätze zu sichern sowie die regionale Energiewende in die Tat umzusetzen, rechnet auch Robert Fischbach (CDU). Der Landrat im Kreis Marburg-Biedenkopf ist kommunaler Verhandlungsführer und überzeugt davon, dass sich der Rückkauf für die Landkreise vielfach bezahlt macht. Das künftige Unternehmen soll wieder EAM heißen, was dann nicht mehr für die frühere Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland, sondern laut Fischbach für "Energie aus der Mitte" steht.

Der Verhandlungsführer geht davon aus, dass die Mehrzahl der insgesamt 1300 Arbeitsplätze in der Region - davon 500 in der Kasseler Eon Mitte-Zentrale - erhalten bleiben und die Beschäftigten künftig für die neue EAM arbeiten.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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