Bis 200 Euro pro Wohnung

Rückzahlung beginnt: 1500 Mieter bekommen Wassergeld erstattet

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Die ersten Rückzahlungs-Anträge: Birgit Bathke (von links) vom Mieterbund Nordhessen und die Buwog-Mieter Grazyna Fabisch, Hedwig Kapol und Egon Fabisch vor Beginn der Mieterversammlung Brückenhof in der Mensa des Lichtenberg-Gymnasiums.

Kassel. Jetzt geht es los: 1500 aktuelle und ehemalige Mieter der Buwog bekommen bis Ende dieses Jahres 165.000 Euro zuviel gezahltes Wassergeld aus den Jahren 2008 bis 2012 zurück.

Der Mieterbund Nordhessen übernimmt die Rückzahlung im Auftrag der Kasseler Stadtwerke. Denn den früheren Vermieter – die Vivacon AG – gibt es nicht mehr. Und der aktuelle Vermieter – die österreichische Buwog AG – will und kann die Rückzahlung nicht übernehmen, weil die Aktiengesellschaft erst seit 2013 Eigentümerin der 1200 betroffenen Wohnungen in den Stadtteilen Waldau, Oberzwehren und Bettenhausen ist.

Bei der ersten Mieterversammlung in der Mensa der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule im Wohnquartier Brückenhof ließen sich annähernd 50 Mieter beraten und füllten ihre Anträge auf Rückerstattung aus. Pro Wohnung gibt es je nach Haushaltsgröße zwischen 50 und 200 Euro zurück. 

Bis zum Jahresende 2017 sollen alle Mieter ihre Rückzahlung auf dem Konto haben, verspricht Dr. Willi Hilfer, Vorsitzender des Mieterbundes. Dass der Verein treuhänderisch eine solche Rückzahlung übernimmt, gab es noch nie. „Wir wollten verhindern, dass die Buwog-Mieter leer ausgehen“, sagt Hilfer. Die Städtischen Werke haben nach einem jahrelangen Streit mit der Landeskartellbehörde um zu hohe Kasseler Wasserpreise insgesamt bereits 18 Millionen Euro an Wasserkunden in Kassel und Vellmar zurückerstattet.

„Wir finden das gut“, sagen Grazyna und Egon Fabisch zum Einsatz des Mieterbundes. Das Ehepaar hat gemeinsam mit Grazynas Mutter Hedwig Kapol, die ebenfalls in Waldau bei der Buwog wohnt, die Anträge auf Rückerstattung ausgefüllt. Zwar hatte Egon Fabisch erst kürzlich aufgeräumt und dabei die alten Wasserrechnungen weggeworfen. Aber es geht auch ohne Belege. „Wir errechnen dann eine pauschale Rückerstattung“, erklärt Mieterbund-Geschäftsführer und Rechtsanwalt Folker Gebel.

Bis Ende August haben die ehemaligen Vivacon-Mieter Zeit, sich zu melden, ihre Betriebskosten-Abrechnungen vorzulegen und den Antrag auf Erstattung auszufüllen. Das kann auch in den beiden Mieterversammlungen nächste Woche im Stadtteil Waldau erledigt werden. Am Donnerstag, 22. Juni, und Mittwoch, 28. Juni, lädt der Mieterbund jeweils von 17.30 bis 20.30 Uhr in den Hessischen Hof (Kasseler Straße 4) ein.

Hintergrund: So gibt es Geld zurück

Wer zuviel gezahltes Wassergeld zurückhaben möchte, muss per Mietvertrag nachweisen, dass er von 2008 bis Ende März 2012 in einer der ehemaligen Vivacon-Wohnungen gelebt hat, die heute der Buwog gehören. 

Wer die Betriebskostenabrechnungen für diese Zeit vorlegen kann, bekommt 20 Prozent seiner Wasserkosten zurück. Ansonsten gibt es eine pauschale Rückzahlung. Die Erstattung gibt es auch für Mieter, die nicht Mitglied im Mieterbund sind. 

Die Mieter werden mit Info-Schreiben auf die Rückzahlungs-Aktion aufmerksam gemacht. Das Info-Telefon des Mieterbundes für betroffene Buwog-Mieter hat die Nummer 0561 81642627. Anträge auf Rückerstattung können in der Geschäftsstelle am Königsplatz 59 (Eingang Poststraße, Montag bis Freitag 8.30 bis 16.30 Uhr, Donnerstag bis 18.30 Uhr) ausgefüllt werden. Das geht auch während der Mieterversammlungen in Waldau.

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