RP ruft nach Staatsanwalt

Salzmann: Hat Rossing illegal Schutt abgelagert?

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Der Schutt auf dem Salzmann-Gelände in Bettenhausen soll verschwinden: Das Kasseler Regierungspräsidium hat jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die prüft, ob es sich um den strafbaren Betrieb einer illegalen Abfalldeponie handeln könnte.

Kassel. Für den Abriss-Schutt auf dem Salzmann-Gelände interessiert sich jetzt die Staatsanwaltschaft. Das Kasseler Regierungspräsidium (RP) hat nach Angaben von Sprecher Michael Conrad die Ermittlungsbehörde um Aufklärung gebeten, ob es sich um den Betrieb einer illegalen Abfalldeponie handeln könnte.

„Wir lassen untersuchen, ob es sich um einen Straftatbestand handeln könnte“, sagt Conrad. Vom Ergebnis sei abhängig, wie das Abfalldezernat des RP weiter vorgehen werde. Denn der am Industriedenkmal gelagerte Abriss-Schutt müsse weg. Der Hintergrund: Bereits im Juni hatte das RP eine Anordnung an Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing geschickt. Er sollte binnen vier Wochen dafür sorgen, dass der teils mit Schadstoffen belastete Bauschutt fachgerecht entsorgt wird. „Die Frist ist abgelaufen“, sagt Conrad. Auf dem Grundstück in Bettenhausen habe sich aber nichts getan, „es gab keinerlei Reaktionen des Eigentümers.“

Service

Einen Artikel zum Salzmann-Gelände finden Sie hier im Regiowiki.

Im Hinblick auf Altlasten besteht zwar nach Einschätzung des RP keine unmittelbare Gefahr. Aber die Reste der weitgehend abgerissenen Glasdachhallen müssten entsorgt werden. Mitte August 2012 war mit dem Abriss von Gebäudeteilen des Industriedenkmals an der Sandershäuser Straße begonnen worden. Im November 2012 wurde der Abriss gestoppt.

Dennis Rossing

Der Abriss der ehemaligen Produktionshallen war von der Trendelburger Fachfirma BBU überwacht, das Abbruchmaterial, Erdreich und Wasser auf Schadstoffe kontrolliert worden. Insgesamt etwa 75.000 Kubikmeter Schutt – so viel wie beim Abriss von 75 Einfamilienhäusern – wurden zu einem großen Teil bereits entsorgt. Aber auch der noch auf dem Salzmann-Gelände abgelagerte Rest soll jetzt verschwinden, fordert das RP.

Dennis Rossing erklärte gestern, er werde die RP-Forderung prüfen. Dann werde man entscheiden, wie es sinnvollerweise auf dem Grundstück weitergehen soll. Rossing bekräftigte seine Absicht, die Immobilie in Bettenhausen zu verkaufen. Er sei mit mehreren Interessenten im Gespräch, man sei sich aber noch nicht handelseinig. Er sei „auf der ganzen Linie enttäuscht von Kassel“ und werde der Stadt den Rücken kehren, kündigte der Projektentwickler an. Ende April 2013 war das Vorhaben, die historischen Ziegelbauten in ein Technisches Rathaus umzubauen, endgültig gescheitert. Seither ist die Zukunft des hochrangigen Denkmals wieder völlig offen.

Die weitgehend leer stehenden Ziegelbauten sind in den vergangenen Monaten durch Vandalismus und Metalldiebe schwer verwüstet worden.

Von Jörg Steinbach

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