Mundart-Tour mit Dark Vatter und Nina Soleil im Doppeldecker-Bus

Los geht’s: Dark Vatter (links) und Nina Soleil (rechts) heizen den Teilnehmern der Stadtrundfahrt mit Songs und Anekdoten ein. Natürlich alles in Mundart. Foto: Bergholter

Kassel. Es dämmert bereits, als sich der doppelstöckige Sightseeing-Bus füllt. 46 Teilnehmer steigen ein. Auf dem oberen Deck warten zwei junge Musiker im Cowboy-Dress: Mundart-Künstler Dark Vatter und Nina Soleil.

Sie sorgen die nächsten vier Stunden für eine andere Stadtrundfahrt, in Mundart: „mo annersder“. Touristen sind nicht im Bus. Wer macht eine Stadtrundfahrt in seiner Heimatstadt mit? „Es sind Leute, die Kassel einmal von einer anderen Seite erleben möchten“, sagt Sylvia Fredrich, die gemeinsam mit ihrem Mann Thomas seit 2010 Stadtrundfahrten anbietet. „Wir wollen, dass die Kasseler wieder ihr Herz für ihre Heimat entdecken. Ihnen müssen wir nicht die Orangerie oder das Fridericianum zeigen, die Leute wollen einfach gut unterhalten werden“, erklärt Fredrich.

Zum Beispiel mit „Gaageschnuddenrockenroll“, eine Mischung aus Rockebilly- und Westernsongs in nordhessischer Mundart. Es braucht nur wenige Akkorde, bis der gesamte Bus schunkelt und mitsingt.

An der ersten Station am Herkules wird das Wissen der Mitfahrer über ihre Heimatstadt auf die Probe gestellt. Ein Kassel-Quiz bringt trotz mancher Bildungslücken großen Spaß für alle Beteiligten. Thomas Fredrich zeigt sich von der Premierenfahrt mit Dark Vatter begeistert: „Es ist schön zu sehen, dass für jeden etwas dabei ist. Alle haben ihren Spaß – unabhängig vom Alter.“ So ist es auch an der letzten Station der Tour, als die Busgruppe in der Lolita-Bar eintrudelt. Dark Vatter und Nina Soleil geben noch einige Lieder zum Besten, während die Gewinner des Kassel-Quiz den Sieger des Abends im Dosenschießen ermitteln.

Die Fredrichs sind seit dem Start der Rundfahrten bemüht, alternative Touren in ihr Angebot aufzunehmen. „Wir hatten bereits eine Mundart-Tour im Programm. Nun haben wir Dark Vatter gehört, waren sofort begeistert und haben ihn angesprochen, ob er nicht einmal eine Tour von uns begleiten und im Bus spielen möchte.“

Die beiden Musiker ließen sich auf das Experiment ein. „Die erste Tour ist immer schwierig“, sagt Nina Soleil. „Man weiß nie, was einen erwartet und wie es letztlich läuft.“ Diesmal lief es gut, findet sie. Die Stimmung war ausgelassen und die Zuhörer begeistert. „Es war auch für uns ein Spaß und das Feedback war ausnahmslos positiv“, zieht Dark Vatter Bilanz. Und kündigt sogleich eine Fortsetzung der Mundart-Tour an: „Bei der Resonanz ist das durchaus vorstellbar.“ Doch werden sich Interessierte wohl bis zum nächsten Frühjahr gedulden müssen. „Macht man es zu oft, verliert es den Reiz des Besonderen“, gibt Thomas Fredrich zu bedenken.

Von Peer Bergholter

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