Lebensgefährte Bernd Emde wird in Hannover auf Organtransplantation vorbereitet

Runterfahren für neue Niere

Um ihn geht es: Bernd Emde hofft, dass ihn die Niere seiner Lebensgefährtin von der Dialyse befreit. Seit zwei Wochen wird er auf die Transplantation in Hannover vorbereitet. Foto: Petrow / gsd

Hannover. Als Annabell Möder-Freiling vor Saal 405 des Kasseler Arbeitsgerichts wartet, sind ihre Gedanken bei ihrem Lebensgefährten Bernd Emde. Seit etwa eineinhalb Jahren sind die beiden ein Paar. Noch länger, etwa sieben Jahre, ist Emde Dialysepatient. Seitdem wartet er auf eine Spenderniere.

Bereits kurz nachdem sich die beiden kennenlernen, habe seine Lebensgefährtin angeboten, eine Niere zu spenden. „Ich lehnte erst mal ab“, sagt Emde. „So etwas kann ich nicht von jemandem erwarten, den ich gerade erst kenne gelernt habe.“ Zudem sind beide nicht blutsverwandt.

Doch Annabell Möder-Freiling lässt nicht locker. Sie lässt sich untersuchen, und die Mediziner geben grünes Licht. Trotz unterschiedlicher Blutgruppen wäre eine Transplantation möglich. Obwohl nicht sicher ist, ob es funktioniert, wollen Emde und seine Lebensgefährtin den Schritt wagen. Am kommenden Mittwoch oder Donnerstag soll nun die Transplantation stattfinden.

Darauf wird Bernd Emde nun in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vorbereitet. Dazu wird sein Immunsystem seit fast zwei Wochen gewissermaßen heruntergefahren. Medikamente sollen verhindern, dass sein Körper das neue Organ abstößt. Sein Blut muss gewissermaßen an das Blut seiner Freundin angeglichen werden.

Müsste die Transplantation verschoben werden, berge das große Risiken, berichtet Emde. Die Gefahr, dass die Niere abgestoßen wird, könne sich deutlich erhöhen.

Mindestens drei Wochen muss Emde nach der Operation in der MHH bleiben. Nach frühestens einer Woche darf Annabell Möder-Freiling nach Hause. Gestern sagte sie: „Ich habe ein gutes Gefühl.“ (clm)

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