Konzentration und Kraft gefragt

Meisterschaft im Turnierwurfsport: Mit Rute und Blei dabei

Kassel. Ein schöneres nachträgliches Geburtstagsgeschenk hätte sich Volker Bernhardt nicht machen können. Der Felsberger holten am Wochenende bei den 22. Deutschen Meisterschaften im Turnierwurfsport der Meeres- und Binnenfischer auf den Waldauer Wiesen den Titel in seiner Altersklasse.

Bei diesem Sport zählen vor allem Konzentration und Erfahrung: Bernhardt ist gerade 65 Jahre alt geworden, aber schon 42 Jahre Sportfischer und nun zum vierten Mal ganz oben. Angeln kennt kein Alter. Es gebe sogar über 80-jährige Wettkämpfer, sagte Volker Krah, der mit Oliver Schmarowski von der Kasseler Geschäftsstelle der Fischer das Turnier ausgerichtet hat. 80 Sportfischer aus mehreren Bundesländern traten zum Ziel- und Weitwurf an. Sie mussten aus 25 oder 50 Meter Distanz mit der Angelrute ein tropfenförmiges Bleigewicht in einen gelb markierten Zielkreis schleudern, mal über Kopf, mal seitlich aus der Hüfte heraus.

Böige Seitenwinde erschwerten diesmal diese Manöver. Während die Binnenfischer 18 Gramm schweres Blei für den Zielwurf benutzen, hängen beim Zielwurf der Meeresfischer bis zu 200 Gramm Metall an der hauchdünnen Kunststoffleine. Das Schleudern mit der rund vier Meter langen Brandungsrute erfordere eine Menge Kraft, erklärte Gerhard Dimmerling aus Rheinland-Pfalz. Der erfahrene Sportfischer gewann diese Disziplin in Kassel mit 184 Metern. „Mein Rekord liegt aber bei 196 Metern“, sagte Dimmerling.

Gerhard Dimmerling

Das „Trockenangeln“ auf der grünen Wiese erspart vielen Fischen Qualen und einen langsamen Tod. Denn früher trugen die Sportfischer ihre Wettbewerbe an Seen und Flüssen aus. Dabei sei es vorgekommen, dass die Wettkämpfer die Haken aus den Mäulern geangelter Fische achtlos herausgerissen und die verletzten Tiere ins Wasser zurückgeworfen hätten. Erst eine Verschärfung des hessischen Fischereigesetzes habe damit Schluss gemacht, sagte Seniorenmeister Bernhardt. Andere Bundesländer erlaubten das Wettfischen in der Natur aber nach wie vor.

Neben Bernhardt kamen aus der nordhessischen Region Michael Seiler, Caspar Apel, Achim Wilde, Marco Schmidt (alle Kassel), Volker und Lena Krah (Söhrewald), Mike Träbing (Lohfelden)) und Werner Landau (Vellmar) aufs Siegertreppchen.

Im Sommer ist Kassel erneut Austragungsort für einen Bundeswettkampf der Sportfischer. Am 9. und 10. August ermitteln die Junioren ihren Deutschen Meister im Casting-Freestyle, einer Disziplin, in der „frisierte“ Angelruten verwendet werden dürfen. (pdi)

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