Wehlheider Marktbeschicker fühlen sich bei Schnee von Stadtreinigern im Stich gelassen

Wehlheider Wochenmarkt: Rutschpartie zum Gemüse

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Seit 14 Tagen eine verklumpte, gefrorene Masse: Zum Überqueren des Platzes mag das Streuen von Splitt reichen - Wochenmarktbesucher aber wollen länger auf der Fläche bleiben. Älteren ist das Risiko, dabei zu stürzen, zu groß.

Wehlheiden. Die Stimmung unter den Beschickern des Wehlheider Wochenmarktes kocht. Und das nicht erst seit den heftigen Schneefällen der letzten Wochen.

„Seit Jahren sind die Stadtreiniger nicht im Stande, nach Schneefällen uns einen einigermaßen geräumten Platz zu bereiten, auf dem sich die Kunden, ohne zu rutschen oder knöcheltief im Schnee zu versinken, bewegen können“, sagt Metzger Werner Sauer, Sprecher der Marktgemeinschaft. Das Resultat: Die älteren Kunden blieben bei diesem Wetter aus. Die Angst vor einem Sturz sei zu groß.

Zuständig für die Bereitstellung des Platzes sei das Ordnungsamt, mit dem es aber keine Probleme gebe, sagt Sauer. Mitarbeiter des Amtes würden immer wieder die Stadtreiniger darauf hinweisen, den Platz passabel herzurichten, bevor der Markt aufgebaut wird.

„Es ist doch jedes Jahr dasselbe. Wir zahlen viel Geld dafür, dass der Schnee geräumt wird, und die Stadtreiniger kommen um 8 Uhr und sagen: ,Immer wenn wir kommen, habt ihr schon aufgebaut’“, sagt Jens Tegtmeyer, Stammgast auf dem Wochenmarkt mit seinem Brotgarten-Stand.

Darauf hingewiesen, dass der Aufbau nun einmal freitags gegen 5.30 beginne und man doch vorher Schnee räumen könne, begründeten die die Stadtreiniger ihr spätes Erscheinen damit, dass man zu einem früheren Zeitpunkt noch mit Strecken im Stadtgebiet beschäftigt sei, die eine höhere Priorität hätten.

Dies wertet Gärtner Edwin Heublein als Schutzbehauptung. „Jeder von uns weiß, dass es wichtigere Strecken als den Markt in Wehlheiden gibt. Die Stadtreiniger könnten aber ihren guten Willen zeigen, indem sie zum Beispiel am Donnerstagabend den Platz vom Schnee befreien.“ Wenn es dann über Nacht noch einmal schneie, so Heublein, könne man das hinnehmen und selbst ein bisschen nachbessern. Stattdessen geschehe aber gar nichts.

Politiker schalten sich ein

Das sieht auch Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) so. „Seit 14 Tagen ist hier alles zusammengeklumpt“, sagt er gestern Morgen auf HNA-Anfrage, und fügt hinzu: „So kann man den Markt nicht anbieten.“ Sprafke hat am Dienstag Bürgermeister Jürgen Kaiser - zuständig für die Stadtreiniger - in einem Brief aufgefordert, das Gelände umgehend „in einen marktfähigen Zustand“ zu versetzen.

Eingeschaltet in die Diskussion hat sich jetzt auch die Landtagsabgeordnete und Kasseler CDU-Vorsitzende Eva Kühne-Hörmann. Sie fordert Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf, „persönlich dafür Sorge zu tragen, dass die Stadt der Räumpflicht auf dem Platz nachkommt“. Bis dahin sollte den Beschickern „als Zeichen des guten Anstandes“ die Standmiete erlassen werden.

Könnte sein, dass es dieser Kulanz-Geste nicht mehr bedarf. Klaus Heinemann, stellvertretender Betriebsleiter der Stadtreiniger, erklärte gestern auf HNA-Anfrage, dass der Markt heute Morgen um 4 Uhr vom Schnee befreit werde.

Von Wilhelm Ditzel

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