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Rutschpartie in Kassel: Eisregen sorgte für viele Unfälle und volle Notaufnahmen

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Von: Christina Hein, Ulrike Pflüger-Scherb, Thomas Siemon, Anna Weyh

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Glatteis in der Region: An vielen Orten ging in Nordhessen und Südniedersachsen nichts mehr, da die Wege komplett vereist waren.
Glatteis in der Region: An vielen Orten ging in Nordhessen und Südniedersachsen nichts mehr, da die Wege komplett vereist waren. © HNA

Der Eisregen, der in der Nacht zu Montag einsetzte und bis in die Morgenstunden anhielt, hat auch in Kassel für Einschränkungen im Straßenverkehr und zahlreiche Verletzte gesorgt.

Kassel – Viele Menschen seien auf den vereisten Wegen ausgerutscht und mussten in den Notaufnahmen der Krankenhäuser behandelt werden, so die Rückmeldung aus den Kliniken. Knochenbrüche und Kopfverletzungen waren die Folge.

„Wir rechnen über den Tag mit mehr als 100 Patienten, die in der Notaufnahme im Klinikum Kassel behandelt werden müssen“, sagte eine Sprecherin der Gesundheit Nordhessen am Nachmittag. Auch geplante Operationen hätten sich durch die Verspätung von Patienten oder Personal verzögert, meldeten auch andere Krankenhäuser.

Bis gestern Mittag waren außerdem 170 Verkehrsunfälle sowie zahlreiche Mitteilungen über besonders glatte Straßen aus den vier nordhessischen Landkreisen und der Stadt Kassel bei der Polizei eingegangen, so Polizeisprecherin Ulrike Schaake. Mit knapp 100 Meldungen über Unfälle lag der Schwerpunkt in der Stadt Kassel.

Die meisten Kollisionen hätten sich in Wohngebieten oder auf Nebenstraßen ereignet. Die Unfälle gingen alle relativ glimpflich aus. Wenige Verkehrsteilnehmer wurden leicht verletzt. Insbesondere ab 7 Uhr seien Meldungen im Minutentakt von Fahrern eingegangen, die mit ihrem Fahrzeug auf dem Weg zur Arbeit in geparkte Autos oder gegen Verkehrsschilder gerutscht seien.

Busse und Bahnen sind in Kassel trotz des Eisregens nahezu planmäßig gefahren. Größere Probleme gab es nach Angaben der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) entlang der Helleböhnlinie und an der Hessenschanze. Auf glatten Straßen kam es dort zu Autounfällen und dadurch auch teilweise blockierten Schienenverbindungen. Zudem habe es an der Holländischen Straße wegen eines Brandes Behinderungen gegeben.

Einige ganz frühe Fahrten vor 5 Uhr seien ausgefallen. Auch die Regiotrams und Cantus-Züge sind nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) weitestgehend nach Fahrplan unterwegs gewesen. Einschränkungen habe es nur auf einigen Buslinien aus dem Umland gegeben.

Für halbwegs passierbare Hauptstraßen haben die Stadtreiniger gesorgt, die um 2.30 Uhr mit allen Fahrzeugen und 100 Mitarbeitern ausgerückt waren. Wegen der extremen Bedingungen mussten die Straßen zwei- bis dreimal gestreut werden.

Präsenzunterricht an Schulen fiel aus

Die Schulen im Landkreis Kassel wurden vom Staatlichen Schulamt bereits am Wochenende darüber informiert, dass generell kein Präsenzunterricht, sondern lediglich eine Betreuung in den Schulen stattfindet. Die meisten Schulleitungen der Kasseler Schulen entschieden dagegen erst gestern Morgen kurz vor Unterrichtsbeginn, dass die Schüler zuhause bleiben können. Viele Eltern hat die kurzfristige Information in Schwierigkeiten gebracht.

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