Der Kasseler Student Ron-Hendrik Peesel nimmt an bundesweiten Rutschwettbewerben teil

Er rutscht mit 50 km/h auf nackter Haut

Nur Schulterblätter und Ferse berühren die Rutsche: Ron-Hendrik Peesel demonstriert im Kasseler Auebad, wie man am schnellsten rutscht. Fotos: Konrad

Kassel. Am liebsten springt Ron-Hendrik Peesel etwas seitlich in die Rutsche. „Gegenüber einem geraden Einsprung bringt das etwa eine Sekunde“, sagt der 24-Jährige.

Peesel studiert an der Uni Kassel Regenerative Energien und Energieeffizienz. Und er ist ein professioneller Rutscher, amtierender Deutscher Vize-Pokalsieger. Mit seinem Team, den „Rutschgranaten“, ist er sogar Deutscher Meister. Noch sind die Rutsch-Sportler in Deutschland eine überschaubare Gemeinschaft. Inklusive der Rutschgranaten gibt es drei große Teams mit insgesamt etwa 25 Mitgliedern. Ein Deutscher Rutschverband befindet sich derzeit in der Gründungsphase.

Auf das Rutschen war Peesel 2006 durch einen Zeitungsartikel über einen Rutschwettbewerb aufmerksam geworden. „Ich habe es ausprobiert und mit der Zeit meinen eigenen Rutschstil entwickelt“, sagt er. Peesel wurde in Celle geboren und wuchs in Wolfsburg auf. In Wolfsburg gab es eine Rutsche mit Zeitmessung, auf der er trainieren konnte. Beim Rutschen geht es darum, so schnell wie möglich unten zu sein. Spitzengeschwindigkeiten bis zu 50 km/h erreichen Profi-Rutscher, in Ausnahmefällen sogar 75 km/h. „Am Rutschen reizt mich vor allem die Geschwindigkeit“, sagt der Student. Und Spaß mache es natürlich auch. Das Wichtigste beim Rutschen ist das „Magische Dreieck“: Nur die beiden Schulterblätter und eine Ferse liegen auf. „Um schnell zu sein, muss der Reibungswiderstand so gering wie möglich sein“, erklärt er. Das Schwierigste sei, die Körperspannung zu halten. Wichtig ist außerdem ein schneller Einsprung, ähnlich wie beim Bobfahren oder Rennrodeln.

Vor Wettkämpfen trainiert Peesel dreimal in der Woche etwa eineinhalb Stunden. In dieser Zeit schafft er zehn bis 20 Rutschdurchläufe. Peesel: „Danach ist man fix und fertig.“ Nebenbei hält er sich mit Kraftsport fit. An Wettkämpfen, den Stadt-, Landes- und deutschen Meisterschaften, kann jeder teilnehmen. In die Finalrunden schaffen es allerdings in der Regel nur die Profis. Verletzungen seien beim Rutschen eher selten. „Prellungen und blaue Flecken können schon aber mal vorkommen“, sagt er. Peesel, der im vergangenen Jahr in Kassel sein Studium begann, trainiert seitdem im Aqua-Park Baunatal. Dort gibt es eine Zeitmessung. Sein Ziel ist der Deutsche Meistertitel, den zweiten Platz hat er schon einmal belegt.

Von Mirko Konrad

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