Wir machen den Dekoladen-Check

Søstrene Grene hat erstes Geschäft in Kassel eröffnet

Kassel. Mit kleinem Budget das Zuhause aufhübschen? Da helfen in Kassel die Deko-Läden Depot, Butlers, Xenos, Nanu Nana - und seit Freitag Søstrene Grene am Königsplatz.

Mit Søstrene Grene kommt der erste Shop der 1973 im dänischen Aarhus gegründeten Deko-Ladenkette nach Kassel. Europaweit gibt es inzwischen 182 Läden. Wir haben die Eröffnung in Kassel zum Anlass genommen, den großen Nippesladen-Check zu machen. Mit einem Budget von zehn Euro pro Laden sind wir auf die Suche nach Frühlingsdeko gegangen und haben dabei festgestellt: Nippesladen ist nicht gleich Nippesladen.

Søstrene Grene: Hip, heimelig und herzlich

Ab jetzt am Königsplatz: Die Ladenkette Søstrene Grene mit den Verkäuferinnen Ramona Elsner (links) und Jacqueline König.

Schauen Sie sich um, doch bitte denken Sie daran: Kaufen Sie immer nur das, was Sie wirklich brauchen!“ Mit diesem Satz wenden sich die Schwestern Anna und Clara Grene – die Werbefiguren der dänischen Ladenkette Søstrene Grene, die Wert auf ein familiäres Image legt – auf der Homepage an die Kunden.

Natürlich braucht man eigentlich überhaupt nichts, was es hier gibt. Doch Søstrene Grene ist mehr als nur ein weiterer Krimskramsladen á la Xenos oder Nanu Nana. Trotz einem ähnlichen Sortiment – Küchenutensilien, Kerzen, Vasen, Sofakissen – wirkt alles ein bisschen schicker, hipper, durchzogen von heimeligem skandinavischem Design, im Hintergrund klassische Musik.

Es geht um suggerierte Individualität – trotz made in China. Das fängt bei den Preisen an, die von Dänischen Kronen einfach in krumme Eurobeträge umgerechnet werden.

Der Frühling scheint den Dänen in Sachen Deko nicht so wichtig zu sein. Trotzdem werden wir für unsere zehn Euro noch fündig. Wir kaufen: eine Pappbox mit Blumenmuster für 2,09 Euro, eine Glasvase mit Holzständer für 5,64 Euro, zwei Windmühlenstecker für 1,24 Euro und einen lachsfarbenen Pompon für 72 Cent. Macht summa summarum: 9,69 Euro.

Xenos: Verrückt und voll

Kürzlich vom Dortmunder Unternehmen Tedi aufgekauft, befindet sich Xenos im Wandel. Anders ausgedrückt: Hier gibt es gerade alles und nichts. Klar, das niederländische Unternehmen war schon immer ein Chamäleon, aber zwischen Reisekoffern, Waschmittel, Bilderrahmen und Kissen ist es gar nicht so einfach, sich in dem Laden in der Kurfürstengalerie zurecht, geschweige denn, die Frühlingsdeko zu finden.

Trotzdem sahnen wir für zehn Euro – zumindest quantitativ – gut ab: ein Topf Plastik-Lavendel für 3 Euro, ein Holzschmetterling zum Hängen für 83 Cent, zwei Blumenstecker á 55 Cent und 1,49 Euro, bunte Schmetterlingsdeko für 1,19 Euro, ein Porzellanvogel klein für 75 Cent und ein Porzellanvogel groß für 2 Euro. Endsumme: 9,81 Euro.

Butlers: Bunt und bemustert

Dunkle Holzregale präsentieren die farbenfrohe Ware von Butlers in der Königsgalerie. Der Laden wirkt freundlich und hell. Und – obwohl sich Geschirr, Plastikblumen und andere Dekoartikel türmen – aufgeräumt. Zwischen den Regalen sind Möbel und andere Ausstellungsstücke aufgebaut und liebevoll dekoriert. Das Kölner Unternehmen verkauft Wohnaccessoires, Dekorationsartikel, Möbel und Geschenkartikel, preislich in der Mittelklasse der Deko-Ladenketten, mit einer soliden Qualität.

Für unser Zehn-Euro-Budget bekommen wir vier Artikel: eine Ranunkel–Kunstblume für 1,99 Euro, eine rosa Porzellanvase für 2,99 Euro, eine türkis-grüne Mini-Laterne für 2,99 Euro und einen Porzellan-Schmetterling für 1,49 Euro. Macht: 9,46 Euro.

Gut investierte 50 Euro? Mit dem Nippes ist es so eine Sache. Niemand braucht ihn wirklich, aber ganz ohne sähe das Zuhause auch karg aus. Wir waren in fünf Geschäften mit jeweils zehn Euro auf der Jagd nach Frühlingsdeko. Das Bild zeigt alle Artikel, die wir dabei gekauft haben.

Nanu Nana: Kurios und kitschig

Bei Nanu Nana im City Point wird es kitschig bis skurril. Frühlingsdeko ist in dem Laden aktuell nur ganz vereinzelt vorhanden. Grund dafür ist, dass das Unternehmen mit Sitz in Oldenburg ganz unabhängig von der Jahreszeit auf wechselnde Deko-Motti setzt – zurzeit steht Maritimes hoch im Kurs: Muscheln, Seepferdchen und Holzschiffe zieren den Eingangsbereich.

In verschiedenen Ecken des Ladens werden wir auf unserer Suche nach Frühlingsdeko dann aber doch noch fündig, wobei die meisten Artikel doch einen etwas – nun ja, sagen wir – extravaganteren Geschmack hinsichtlich der Einrichtung der eigenen vier Wände erfordern. Unser persönliches „Highlight“ ist ein mit Plastikblümchen gespicktes Stück Kunstrasen. So was muss man mögen.

Für unser Budget von zehn Euro kaufen wir letztlich: besagtes Stück Kunst-Blumenwiese für 3,95 Euro, eine gelbe Filzblume für 95 Cent, einen Blumentopfstecker mit Holzvogel (Rotkehlchen) für 1,95 Euro und einen fröhlichen Frosch aus Ton mit Blume im Mund für 2,95 Euro. Alles in allem kosten die vier Artikel 9,80 Euro.

Depot: Schlicht, schön und schick

Beim Betreten des Depot-Ladens in der Oberen Königsstraße fallen sofort Geschirrstapel, Plastikblumen und Nippes in Form von Hasen, Eiern, Vögeln und Fischen aus Plastik oder Holz ins Auge.

In Sachen Inneneinrichtung scheint weniger mehr: schlicht und hell, überschaubare, ordentliche Verkaufstische. Beim Farbkonzept setzt die Kette mit Sitz im bayerischen Niedernberg auf gedeckte Pastelltöne in Rosa, Grün und Beige. Der Laden ist schlicht aber ansprechend eingerichtet. Allzu viele Billigartikel gibt es bei Depot nicht. Der Oster-Sale (70 Prozent) rettet uns. 

Für zehn Euro bekommen wir: einen Tischläufer mit Kirschblüten für 2,69 Euro, einen Teelichthalter – ebenfalls mit Kirschblüten – für 1,19 Euro, einen Holzschriftzug „Spring“ (Frühling) zum Hängen für 2,69 Euro, einen Kerzenteller in Form einer Blüte für 0,89 Euro, eine Schmetterlings–Dekofigur für 0,89 Euro, ein Teelichtglas mit einem Schmetterling für 0,59 Euro und eine Hyazinthenvase für 0,59 Euro. Endsumme: 9,53 Euro. Alle Dekoartikel zusammen hätten regulär 35,93 Euro gekostet.

Von Maik Dessauer und Anne-Michèle Woelbert

Rubriklistenbild: © Andreas Fischer

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