Sahra Nell ist die neue Kinder- und Jugendbeauftragte bei der Stadt

Die Neue: Sahra Nell ist jetzt die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Kassel. Foto: Michaelis

Kassel. Was ihre Mutter jetzt beruflich macht, hat die achtjährige Tochter von Sahra Nell schnell verstanden. Nach einer Projektwoche in der Schule und einem Film, den beide gemeinsam angeschaut hatten, malte die Achtjährige ein Bild. Darauf war zu sehen und zu lesen: „Mama – Papa – Kinderrechte“.

Sarah Nell ist neue Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Kassel. Ende Mai hat die 36-Jährige ihr Büro im Willi-Seidel-Haus bezogen, als Vertreterin von Daniela Ritter, die Mutter geworden ist. Davon, was sie ihrer Tochter über ihren Beruf erklärte, hatte Sahra Nell als Kind keinen Schimmer. Gebürtig stammt sie aus der iranischen Stadt Isfahan. Seit sie sieben Jahre alt ist, lebt Nell in Deutschland und landete zunächst in Freiburg. Zum Studieren kam sie dann nach Kassel und blieb.

„Ich wusste in meiner Kindheit nicht, dass es so etwas wie Kinder- und Jugendbeteiligung geben kann“, sagt Sahra Nell. Genau dafür ist sie als Kinder- und Jugendbeauftragte zuständig. Zum einen nimmt sie Anliegen auf, die Kinder und Jugendliche von sich aus an die Stadt herantragen. Das reicht vom neuen Fußballtor auf dem Bolzplatz bis hin zum Zebrastreifen, damit der Schulweg sicherer wird. Zum anderen ermittelt sie städtische Projekte, an denen Kinder- und Jugendliche beteiligt werden sollten.

Jüngstes Beispiel ist der Verkehrsentwicklungsplan. Zwar hatten dazu Bürgerforen stattgefunden, die offen für Kinder und Jugendliche waren. Aber meist sind solche Veranstaltungen abends. Deswegen organisierten Nell und ihre Vorgängerin Daniela Ritter, dass Kinder und Jugendliche ihre Meinung zum Verkehrsentwicklungsplan in ihren Schulen loswerden konnten.

Dabei ging es weniger um den kompletten Plan als vielmehr um Punkte, die Kinder in ihrem Umfeld betreffen. Zusammengetragen wurden die Anregungen mit Hilfe von Studierenden und dem Verein „Die Kopiloten“. Mitte Juli wurde alles vorgestellt bei einer Präsentation, die auch Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) zu Gesicht bekam. Er habe zugesagt, die von Kindern und Jugendlichen angeregten Punkte mit einzubeziehen, soweit das umsetzbar sei.

Jugendarbeit habe sie schon immer gereizt, sagt Sahra Nell, die vorher beim Übergangsmanagement tätig war. Die Herausforderung sei es, Jugendarbeit mit Leben zu füllen. Für kinderfeindlich hält sie unsere Gesellschaft nicht. „Die Möglichkeiten sind da“, sagt Nell. „Man muss die Bedingungen nur so schaffen, dass die Beteiligung auch wirklich klappt.“

Aber leider nicht jeder Wunsch könne erfüllt werden. Die schlechte Nachricht einer Absage zu übermitteln, sei nicht einfach. Aber auch das sei eine wichtige Erfahrung. „Es ist für Kinder wichtig, auch mal ein Nein zu hören“, sagt Sahra Nell. „Aber wir sagen nie Nein ohne das zu begründen.“

Kontakt: Kinder- und Jugendbüro der Stadt Kassel, Willi-Seidel-Haus, Mühlengasse 1, Tel. 0561/787 52 52, E-Mail: kinderjugendbuero@stadt-kassel.de, www.kinderundjugendbuero.de

Von Claas Michaelis

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