Freibad-Saison: 50.000 Besucher weniger als im Vorjahr

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Der Regen schreckt sie nicht ab: Christa Kottwitz besucht seit dem 1. Mai das Freibad in Bad Wilhelmshöhe täglich. Diesen Sommer hatte sie das Becken oft für sich.

Kassel. „Das ist schon ein schlechtes Ergebnis“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Über 50.000 Menschen weniger als im Vorjahr haben in diesem Jahr bislang die Freibäder in Kassel besucht. „Das liegt am Sommer, der ist einfach nicht gut“, sagt Pijanka über die schlechten Besucherzahlen.

„Es ist mal einen Tag gut gewesen, dann war es wieder schlecht. Die Leute benötigen aber zwei bis drei gute Tage, bis sie sich entscheiden, ins Freibad zu gehen.“ Bis Ende vergangener Woche waren 37.791 Gäste im Freibad Wilhelmshöhe, 27.775 wurden in Harleshausen gezählt. Zu diesen 65.566 Besuchern kämen schätzungsweise 3500 vom vergangenen Wochenende hinzu. Das macht 69.000 zahlende Gäste. Zum Vergleich: Im Vorjahr haben im selben Zeitraum 122.000 Menschen die Freibäder besucht. Pijanka erinnert aber daran, dass sich die Besucher 2010 auf drei Freibäder verteilten, weil das Auebad an der Fulda noch geöffnet war.

Pijanka erwähnt zudem die 19.585 Menschen, die seit Beginn der Freibadsaison am 1. Mai das Hallenbad Süd in Oberzwehren aufgesucht haben. Durch die Liegewiese unter freiem Himmel hat diese Einrichtung der Städtischen Werke auch einen Freibadcharakter.

Ingo Pijanka

Öffentliche Schwimmbäder sind immer ein Zuschussgeschäft. Zu dem Zuschussbedarf für das Jahr 2011 können die Städtischen Werke derzeit noch nichts sagen. Sprecher Pijanka verweist auf die Zahlen vom vergangenen Jahr. Da mussten die Werke das Bad in Wilhelmshöhe mit 280.000 Euro bezuschussen. Das machte pro Badegast und Besuch 1,55 Euro. In Harleshausen sei ein Zuschuss von 240.000 Euro erforderlich gewesen - 1,71 Euro pro Badegast und Besuch. Nehme man die Hallenbäder dazu, komme man im Schnitt auf 4,54 Euro pro Badegast und Besuch, rechnet Pijanka vor. Mit Blick auf die geringen Besucherzahlen in den Freibädern wird der Zuschussbedarf in diesem Jahr wohl weiter ansteigen.

Im Kontext sehen

Der Pressesprecher weist darauf hin, dass man diese Zahlen nie isoliert, sondern in einem gesellschaftlichen Kontext betrachten müsse. „Bäder sind in dieser Stadt gesellschaftlich und politisch gewollt, in Teilen, nämlich in Form von Schulsport, sogar bindend“, sagt Pijanka. Er macht darauf aufmerksam, wie wichtig öffentliche Einrichtungen wie Bäder, Bibliotheken oder auch Theater für die Lebensqualität der Menschen in einer Stadt sind. Archivfoto:  nh  Kommentar

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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