Genehmigung erteilt: K+S kann Salz-Pipeline bauen

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Salzabbau am Kali+Salz-Standort Bernburg: Nun wurde die Genehmigung erteilt, dass eine 63 Kilometer lange Salzwasserleitung gebaut werden kann.

Kassel. Höchstens noch ein Jahr lang sollen Lkw-Tankzüge und Bahnwaggons Salzabwasser vom K+S-Standort Neuhof nahe Fulda zur Werra fahren: Am Montag hat das Regierungspräsidium Kassel den Bau einer 63-Kilometer-Salzwasserleitung genehmigt.

Grünes Licht gab es zudem dafür, dass K+S die Abwässer am Ende des Rohres weiter in die Werra pumpen darf. Diese Erlaubnis gilt aber nicht dauerhaft - wie vom Kasseler Kalikonzern beantragt. Sie ist bis Ende 2020 befristet.

PDF-Download: Hier soll die geplante Salzleitung vorbeiführen.

Spätestens kommenden Sommer soll die Pipeline laufen. Die Baukosten werden auf 50 Millionen Euro veranschlagt. So dringend wie K+S das Rohr zur Werra braucht, so heftig brandete die Diskussion auf, als die Baupläne 2007 bekanntwurden: 700.000 bis 1,4 Mio. Kubikmeter Abwässer muss K+S pro Jahr in Neuhof entsorgen. Dort wäscht Regen die Flut aus der 1,2 Kilometer langen und 200 Meter hohen Festsalz-Abfallhalde. In den Untergrund verpresst werden, wie früher, darf nichts mehr. Die Fulda ist ebenfalls tabu.

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Bleibt die Werra - was Kritiker, Umwelt- und Trinkwasserschützer bis zur Küste hoch in Rage brachte: Sie wollen nicht mehr Kaliabwasser in den Flüssen, sondern weniger - und auf Dauer gar nichts mehr. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke sprach am Vormittag bei Vorstellung des 360-Seiten-Bescheides für K+S von einer Entscheidung zwischen Belangen der Umwelt und Arbeitsplätzen in der Region. Aber: „Meines Erachtens kommt langfristig nur der Bau einer Fernleitung in Frage.“

Sprich: Das Rohr aus Neuhof soll auf Dauer nicht in der Werra enden, sondern in der Weser, besser noch an der Nordsee. Und neben den Neuhöfer Salzfluten noch alles wegschaffen, was an den Fabriken im Werk Werra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), von seinen Abraumgebirgen und vom thürinigischen Standort Unterbreizbach anfällt. Mengenmäßig hat das RP den Salzwasserzufluss aus dem Süden nicht beschränkt. Es gelten weiter Verdünnungsobergrenzen von höchstens 2,5 Gramm Chlorid pro Liter Werrawasser. Neu sind in der Erlaubnis erstmals verbindliche Grenzen für Kalium (200 mg/l) und Magnesium (360 mg/l).

Diese Stoffe sind in ihrer Wirkung auf Flora und Fauna im Fluss weitgehend unerforscht. Alle Grenzwerte für das neue Rohr in Deutschlands salzigsten Fluss liegen weit jenseits dessen, was Süßwasser-Arten vertragen.

Von Wolfgang Riek

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