Opposition hält Rot-Grün für untätig

Salzmann: Eigentümer Rossing sucht Käufer

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Stillstand: Nach dem Teilabriss der ehemaligen Salzmannfabrik an der Sandershäuser Straße liegt das schadstoffbelastete Areal brach. Noch ist unklar, ob sich ein Käufer für das Gelände findet.

Kassel. Ende April kam das Aus für ein Technisches Rathaus in der ehemaligen Salzmannfabrik. Eigentümer Dennis Rossing war wegen Finanzierungsproblemen vom Mietvertrag mit der Stadt zurückgetreten. Zwei Monate später ist die Zukunft des Industriedenkmals weiter offen.

Die rot-grüne Rathauskooperation wird dafür von der Opposition verantwortlich gemacht. Doch es soll Kaufinteressenten für das Areal geben.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) sagte in der Stadtverordnetenversammlung am Montag, es gebe bereits Interessenten, die mit Rossing in Verhandlung stünden. Auf HNA-Nachfrage bei dem Hersfelder Projektentwickler Rossing bestätigte der Eigentümer dies. Näheres verriet er aber nicht.

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Der Stadtbaurat machte klar, dass sich die Stadt nicht in die Verhandlungen einmischen werde. Nur auf Wunsch werde die Verwaltung unterstützend tätig. Sollte es zu einem Verkauf kommen, gebe es für den neuen Eigentümer nicht die Option, einen neuen Mietvertrag mit der Stadt zur Nutzung als Technisches Rathaus abzuschließen. Dieser müsse dann ein anderes Nutzungskonzept entwickeln.

Das Scheitern des Projekts bezeichnete Nolda als „Entwicklungsdesaster“ und Rossing nannte er einen „schwierigen Partner“. Nach dem Teilabriss sei das Denkmal in einem schlechteren Zustand als vorher.

Was die Pläne zur Umstrukturierung des Baudezernates angehe, das eigentlich in der Salzmannfabrik zusammengeführt werden sollte, sei nun eine städtische Arbeitsgruppe gebildet worden, die die jetzige räumliche Situation analysiere. Es bestehe bei der Neustrukturierung aber kein Zeitdruck, die Mietverträge für die angemieteten Räume außerhalb des Rathauses seien nie gekündigt worden.

Was die Entwicklungsperspektiven für Bettenhausen angehe, werde derzeit ein Masterplan für den Kasseler Osten entwickelt.

Fotos: Abrissarbeiten an der Salzmann-Fabrik

Abrissarbeiten an der Salzmann-Fabrik

Für die Opposition waren die Äußerungen des Stadtbaurats und auch die des Oberbürgermeisters Bertram Hilgen, der vor den Stadtverordneten noch einmal die Entwicklung und das Scheitern des Projekts beschrieb, ein Armutszeugnis. Es gebe keinen Plan B im Rathaus, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Norbert Wett. Nun gingen die Stadtverordneten in die Sommerpause, und Rot-Grün habe dafür gesorgt, dass beim Thema Salzmann Stillstand herrsche. Ähnlich äußerten sich FDP und die Fraktion „Demokratie erneuern “.

Von Bastian Ludwig

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