Huskies: Einnahmen sprudeln nicht so üppig wie geplant

Kassel. Ganz so viel Geld wie erhofft lässt sich mit dem Eishockeysport in Kassel derzeit wohl doch nicht verdienen. Das hat Stefan Traut, Geschäftsführer der Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft (KEBG) und Vertrauter von Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing, auf Nachfrage eingeräumt.

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Die mit der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) vereinbarten Summen seien deswegen nach unten korrigiert worden. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. KEBG und EJK hatten in ihrem Kooperationsvertrag vereinbart, dass etwa die Hälfte der erwarteten Einnahmen aus dem Spielbetrieb der Kassel Huskies an den Stammverein EJK fließen sollten. Dem Vernehmen nach wurde zu Saisonbeginn mit Zahlungen von insgesamt 800 000 Euro kalkuliert. Diese Summe sollte zumindest in Teilen durch eine Überweisung der KEBG auf ein Treuhandkonto abgesichert werden.

Passiert ist das so nicht, bestätigten EJK-Vorsitzender Marc Berghöfer und Schatzmeister Bernhard Ewers. Bisher seien weit weniger, nämlich nur 40 000 Euro auf dem Treuhandkonto gelandet.

Dass die Einnahmen deutlich geringer ausfallen als angenommen, ist offensichtlich geworden, als die EJK kürzlich die Einladung zu ihrer nächsten Mitgliederversammlung am Donnerstag, 10. Februar, verschickte. Darin schreibt der Vorstand, dass die KEBG vertraglich zugesicherte Leistungen nicht eingehalten habe. Anders als vereinbart sei keine Liste der Sponsoren vorgelegt worden. Außerdem fehle eine Aufstellung aller Bruttoeinnahmen.

Traut bestritt jedoch, vertragsbrüchig geworden zu sein. Trotz geringerer Sponsoreneinnahmen wegen der unklaren Hallensituation sei pünktlich gezahlt worden.

Welche Einnahmen die KEBG hat, lässt sich in etwa aus einer Aufstellung der bisher beim EJK eingegangenen Zahlungen ablesen, die ebenfalls mit der Einladung verschickt wurde: • 80 750 Euro vereinbarte Festbeträge, • 23 109,68 Euro Anteil an vereinbarten Zuschauereinnahmen, • 1650,24 Euro Anteil an Verbandsabgaben.

Insgesamt habe die KEBG 105 509,92 Euro gezahlt. Hinzuzurechnen sind laut EJK 54 400 Euro für die Ausrüstung der ersten Mannschaft, 5000 Euro für einen Team-Betreuer und 90 000 Euro für 600 Stunden Eiszeit seit August. Null Euro stehen beim vereinbarten Anteil an Sponsoreneinnahmen und bei der Abrechnung der VIP-Karten.

Zwar zählt Stefan Traut zum Umfeld von Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing. Als KEBG-Geschäftsführer dient er allerdings nicht ihm direkt. Das Handelsregister weist Elfriede Rossing aus Bad Hersfeld als alleinige Gesellschafterin der KEBG aus. Warum die 88-Jährige hier eingesetzt wurde, bleibt unklar. Mit dem Vorlesen seiner Pressemitteilung sei alles gesagt, hatte Rossing am Freitag bei seiner Pressekonferenz erklärt. Nachfragen der zahlreichen Journalisten hatte er nicht zugelassen.

Von Michaela Streuff und Claas Michaelis

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Rubriklistenbild: © Archivfoto: Fischer

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