Forderung: AST-Fahrzeuge besser kennzeichnen - KVG will aktiv werden

Sammeltaxis in der Kritik

Peter Tippmann

bettenhausen. Wenigstens zu bestimmten stark frequentierten Zeiten müsse es doch möglich sein, dass verlässlich ein Minicar an der Haltestelle des Anrufsammeltaxis (AST) auf dem Leipziger Platz steht, verlangte SPD-Ortsbeiratsmitglied Enrico Schäfer in der Sitzung des Ortsbeirats Bettenhausen. Außerdem solle es eine Art Abo geben für regelmäßige Fahrten.

Kritik des Ortsbeirats

Vorausgegangen war diesen Forderungen eine ausführliche Diskussion mit Markus Kollig, der bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) KVG für Verkehrsplanung. Kollig war zur Sitzung erschienen, um Rede und Antwort zu stehen - wiederholt hatten Bürger in der Vergangenheit kritisiert, dass es mit dem Einsatz des AST schlecht laufe. Der Ortsbeirat hatte bereits im Herbst das AST grundsätzlich infrage gestellt, wenn die Mängel nicht abgestellt würden.

Gemeinsames Projekt

Die Anrufsammeltaxis sind ein gemeinsames Projekt von KVG und Minicar Citycar. Die Wagen werden an jenen Haltestellen eingesetzt, wo die Nachfrage nach bestimmten Verbindungen nicht groß genug ist, um einen Bus fahren zu lassen.

Ein Anrufsammeltaxi fährt bei Bedarf und muss 15 Minuten vor der im Fahrplan ausgewiesenen Abfahrtszeit zur entsprechenden Haltestelle geordert werden.

Die Fahrzeuge seien nicht richtig gekennzeichnet, sehr oft schmutzig, und die Ast-Haltestelle nicht als ÖPNV-Haltestelle erkennbar, außerdem funktioniere es nicht, wenn die KVG-Fahrer das Ast anriefen, lauten die Hauptkritikpunkte. Kollig räumte erhebliche Defizite ein,

Anfang des Jahres habe es aber Gespräche mit dem Geschäftsführer von Minicar gegeben, sagte er. Das Unternehmen habe einen Pool von 176 Fahrern, das bedeute eine hohe Fluktuation und eine logistische Herausforderung. Es werde aber daran gearbeitet, die Fahrer zu schulen, sagte Kollig. Die Situation sei schwierig, das Ast-Angebot flexibel, man müsse mit Minicar kooperieren, sagte der KVG-Vertreter.

Seine Aufforderung an die Bürger, sich mit präzisen Angaben zu beschweren, löste Protest aus. „Die KVG muss das regeln“, verlangte eine Bürgerin. Ortsvorsteher Peter Tippmann (WGB, Werbegemeinschaft Bettenhausen) erklärte, die KVG sei in der Pflicht und nicht der Kunde. Der SPD-Stadtverordneter Volker Zeidler sagte, das Beschwerdemanagement bei Minicar sei eine Katastrophe.

Fahrzeuge kennzeichnen

Der Ortsbeirat erwartet von der KVG, dass die AST-Fahrzeuge eindeutig gekennzeichnet, werden, die Abfahrtsstandorte geklärt sind und sich der Service verbessert. Kollig sagte, kurzfristig sei Abhilfe kaum möglich, man werde sich aber darum kümmern. „Wir wollen ja, dass die Kunden zufrieden sind“, betonte er. Archivfotos: privat/nh

Von Sabine Oschmann

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