Kasseler Gesellschaft

10 Jahre Würdigung: Samuel Beckett liebte (in) Kassel

Literatur-Freunde: Vor dem Beckett-Haus an der Bodelschwinghstraße 5, früher Landgrafenstraße, säumen die Gedenkplatte (von links) Dirk und Henrike Taupitz, Willi Schaumann, Konstanze Liebelt und Bertram Bock. Foto: Hein

Kassel. Klein aber fein und die einzige ihrer Art in der Republik ist die Kasseler Samuel-Beckett-Gesellschaft. Sie vereint eingefleischte Beckett-Fans, illustre -Kenner und namhafte -Forscher.

Schirmherr ist kein Geringerer als der Irische Botschafter. Und so war es auch dem Andenken Becketts geschuldet, dass seine Exzellenz Daniel Mulhall vor fünf Jahren in Kassel auf des Dichters Spuren wandelte und auf dieses Weise Kassel kennenlernte.

Da das zehnjährige Bestehen des Vereins mit Becketts 25. Todestag am 22. Dezember 1989 zusammenfällt, hat die Gesellschaft unter dem Titel „Landgrafenstraße Nummer Fünf“ ein ansprechendes Jubiläumsprogramm auf die Beine gestellt, das im Dezember startete und am 13. April, Becketts 109. Geburtstag, zum Abschluss kommt.

„Wir haben uns in der Gesellschaft Schwerpunkte gesetzt“, sagt die Erste Vorsitzende Konstanze Liebelt: „Vor allem wollen wir, dass Beckett stärker ins Bewusstsein der Kasseler rückt.“ Inhaltlich konzentriere man sich auf Becketts Prosawerk.

Prosa, nämlich Becketts posthum veröffentlichter erster Roman „Traum von mehr bis minder schönen Frauen“, bildete auch den Markstein für die Episode Beckett und Kassel. 1996 erschien das Buch in deutscher Übersetzung, und zum ersten Mal las eine breite Öffentlichkeit über viele Seiten Becketts Hommage an Kassel (siehe unten).

Dass der spätere irische Literaturnobelpreisträger zwischen 1928 1932 häufig in Kassel weilte, ist vor allem seiner großen Liebe Peggy geschuldet. Sie wohnte mit ihrer Familie an der heutigen Bodelschwinghstraße 5, damals Landgrafenstraße. Eine Schar von Beckett-Fans, allen voran der damalige, inzwischen gestorbene Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph, machte sich dafür stark, dass am Beckett-Haus eine Tafel angebracht wird. Sie erreichten, dass der Ortsbeirat eine in den Bürgersteig eingelassene Gedenkplatte finanzierte. Die Gesellschaft wurde gegründet.

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Die Gesellschaft ist inzwischen zur Keimzelle für hochkarätige Veranstaltungen, Begegnungen und Projekte geworden. Besonders glücklich sind die Mitglieder über die Namensgebung „Samuel-Beckett-Anlage für die in Nachbarschaft zum Beckett-Haus gelegene neue Wohnanlage. Kongenial sei hier die Kooperation mit dem Kasseler Architekten und Künstler Werner Krömeke gewesen, dessen Idee es war, an verschiedenen Orten in der Beckett-Anlage Zitate aus Becketts Werk sowie Wandbilder anzubringen. „Sie glauben nicht, wie viele Menschen auf diese Weise darauf aufmerksam geworden sind, dass Beckett, nicht weit davon gewohnt hat“, sagt Henrike Taupitz von der Beckett-Gesellschaft.

Von Christina Hein

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