Regattastrecke bald wieder nutzbar - Fuldamuscheln bleiben

Sandbank in der Fulda wird abgesaugt

Eine Sandbank in der Fulda ist zum Hindernis für Wassersportler geworden. Deshalb wird sie jetzt abgesaugt. Zuvor wurden Tausende von Muscheln, die sich hier angesiedelt hatten, umgesetzt.

Kassel. Das Spezialgerät auf der Fulda sieht aus wie ein riesiger schwimmender Staubsauger. So ähnlich funktionieren die Arbeiten an der Sandbank im Übergang von der Regattastrecke zur Fulda auch. „Da wird das Sediment aufgesaugt und über einen langen Schlauch zusammen mit dem Wasser abgeleitet“, sagt Jörg Gerhold vom städtischen Umwelt- und Gartenamt.

Es war und ist ein ziemlicher Aufwand, um wieder eine wettkampftaugliche Wassertiefe herzustellen. Denn darum geht es: Ruderer und Kanuten sollen auf der Regattastrecke und der Fulda wieder Meisterschaften austragen können. Zuletzt war die Sandbank so weit angewachsen, dass das nicht mehr möglich war.

Was die Sportler als Hindernis genervt hat, war für die Fuldamuscheln ein idealer Untergrund. Deshalb haben bereits im Dezember Taucher der Kasseler Berufsfeuerwehr eine Übung gemacht und dabei Tausende von Muscheln von der Sandbank eingesammelt. Sie wurden ein Stück weiter oben an der Regattastrecke wieder ausgesetzt. Auch bei den aktuellen Arbeiten steht der Schutz der Muscheln im Fokus. Sand und Schlamm werden durch ein Sieb mit zwei Zentimeter großen Öffnungen gesaugt. Muscheln werden nicht durch den Schlauch geleitet. „Noch schonender kann man solche Arbeiten nicht machen“, sagt Christoph Dümpelmann. Der Sachverständige für Fischerei und Gewässerbiologie hat das Projekt von Anfang an begleitet.

Vier teilweise seltene Muschelarten gibt es in diesem Bereich der Fulda. Die gemeine Teichmuschel und die Malermuschel kommen recht häufig vor. Als gefährdet gilt die große Flussmuschel. Und auch die stark gefährdete große Teichmuschel kommt in dem strömungsarmen Wasser der Regattastrecke vor. Sie alle sollen erhalten werden. Etwa zehn Tage dürften die Arbeiten noch dauern, die die Stadt eine niedrige fünfstellige Summe kosten. Wie viel genau, wird erst nach dem Abschluss feststehen.

Wenn die Rudersaison so richtig beginnt, soll die Regattastrecke jedenfalls wieder ohne Einschränkungen nutzbar sein. Dafür sorgt die auf ökologischen Wasserbau spezialisierte Firma WW Planen aus Steinau an der Straße. Der Chef Ralf Seifert war gestern mit auf der Fulda. Er weiß natürlich wie der schwimmende Staubsauger korrekt heißt. „Dabei handelt es sich um einen amphibischen Mehrgerätträger“, sagt er. Damit wäre das auch geklärt. Vor 18 Jahren wurde die Sandbank übrigens mit einem Schwimmbagger zuletzt beseitigt. Sie wird wieder anwachsen, dafür sorgt die Fulda mit ihrer Strömung. (Thomas Siemon)

Mit diesem Gerät wird die Sandbank abgesaugt.

Rubriklistenbild: © Andreas Fischer

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