Umbau orientiert sich an ursprünglichem Zustand

Sanierung der Häuserzeile am Steinweg: Gebäude sollen aussehen wie in den Fünfzigerjahren

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Eingehüllt: Die Häuserzeile am Steinweg und an der Brüderstraße wird derzeit umfassend saniert. Die GWG will die Fassaden von insgesamt elf Gebäuden optisch wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen.

Kassel. Wer in diesen Tagen auf dem Steinweg entlangfährt, dem kommen Erinnerungen an den verhüllten Berliner Reichstag.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) lässt derzeit die dortige Häuserzeile für 1,3 Mio. Euro sanieren und hat sie dafür hinter Planen verschwinden lassen. Mit der Fassadensanierung sollen die 50er-Jahre-Gebäude wieder soweit wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. 

Betroffen von der Umgestaltung sind die Häuser Steinweg 15-31 und die Gebäude auf der sich anschließenden Brüderstraße 1-5. Es handelt sich um insgesamt elf Gebäude mit knapp 100 Wohnungen, die im Laufe der Jahre durch Modernisierungen ihrer 50er-Jahre-Optik beraubt worden waren.

Blick zurück: Die Gebäude im Vordergrund werden derzeit saniert. Hier eine Aufnahme aus den 60er-Jahren. Foto: Stadtarchiv Kassel

Wenn die Arbeiten bis April beendet sind, sollen die Fassaden wieder in ihren ursprünglichen Farben (eine dezente Abstufung von Sand-und Grautönen) erstrahlen. Zudem werden Fenster, Balkone, Fensterbänke und Haustüren erneuert. Auch dabei werden die typischen Elemente der 50er-Jahre wieder aufgegriffen. So erhalten einige der Häuser französische Balkone mit zeittypischen Schmuckelementen wie filigrane Metallgeländer und Verzierungen in Form von Goldkugeln.

An anderen Gebäuden werden Fenster-Klappläden angebracht. Die einflügeligen Fenster werden nach historischem Vorbild wieder geteilt.

Während sich die GWG bei der Gestaltung an der Vergangenheit orientiert, wird bei Material und Technik auf die Moderne gesetzt. So wird Dreifach-Isolierverglasung eingesetzt – zur Straßenseite mit Schallschutz, denn der Steinweg ist stark befahren.

So soll die Häuserzeile aussehen: Orientiert am ursprünglichen Zustand werden die Gebäude am Steinweg saniert. Illustration: Designerin Sylvia Lutz

Der GWG sei die anspruchsvolle Sanierung der Nachkriegsbauten ein Anliegen, sagte GWG-Geschäftsführer Peter Ley.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und die Denkmalpflege der Stadt sind eng in den Sanierungsprozess eingebunden. „Mit viel Sachverstand und dem Gespür für gestalterische Feinheiten wird es gelingen, dieses Häuserensemble in zentraler Lage und unmittelbarer Nachbarschaft von Alter Brüderkirche, Ottoneum und Fridericianum architektonisch aufzuwerten“, sagt Nolda.

Bereits in der jüngeren Vergangenheit hatte die GWG mehrere Gebäude und Häuserzeilen aus der Nachkriegszeit aufgewertet. Ein gelungenes Beispiel ist etwa die Häuserzeile gegenüber der Markthalle (Graben 5-11).

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