Arbeiten an Außenanlagen abgeschlossen

Sanierung der Löwenburg startet im nächsten Jahr

Kassel. Im Bergpark wird demnächst gebaut. Wenn im Jahr 2016 an der östlichen Seite der Ruinenanlage Löwenburg der Bergfried rekonstruiert sein wird, ist hier ein mächtiger Turm zu bestaunen, wie er seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen war.

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Der Hauptturm der historisierten Löwenburg war durch Bombardements im Zweiten Weltkrieg bis auf die erste Etage und das Untergeschoss zerstört worden. „Auch eine Ruine, die als Ruine gebaut wurde, muss saniert werden“, sagte gestern Eva Kühne-Hörmann, Kultur- und Wissenschaftsministerin, beim Ortstermin.

Die Außenanlage der zwischen 1793 und 1801 von Landgraf Wilhelm IX. von Hessen Kassel erbauten Löwenburg ist in den zurückliegenden Monaten weitgehend saniert und wiederhergestellt worden. Im nächsten Jahr beginnen die Arbeiten zur Generalsanierung der Bauwerke. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst investiert hier 28 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro haben die Arbeiten an den Außenanlagen gekostet. 150 000 Euro gibt der Museumsverein durch Spenden und eine Stifteraktion dazu.

Bilder: Impressionen von der Löwenburg

Impressionen von der Löwenburg

Gebaut wird der Turm aus einem Tuffstein ähnlichen Kunststein, der an der Uni Kassel entwickelt wurde, erklärt Astrid Schlegel, die bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) für Bauangelegenheiten und Denkmalschutz verantwortlich ist: „Tuffstein, das Original-Baumaterial, wäre zu kostbar.“ Die wenigen Reserven aus dem Druseltal müssten für Reparaturen am Herkules geschont werden. Der Kunststein für den Bergfried bestehe zu 60 Prozent aus Tuffsteinmehl und -abfall und sei somit ein wertvolles Recyclingprodukt. 2018 soll die gesamte Löwenburg in neuem Glanz erstrahlen. Gebaut wird in drei Abschnitten. „Die Kasseler erhalten, wenn die Arbeiten abgeschlossen und alle Räume wieder eingerichtet sind, ein Wahrzeichen ihrer Stadt zurück, schöner denn je“, verspricht MHK-Chef Bernd Küster. Er betont, dass die Löwenburg und ihre Außenanlagen während der gesamten Sanierungszeit für Besucher geöffnet sind. Im Schloss Wilhelmshöhe ist zudem noch bis 13. Januar die Ausstellung „Die Löwenburg - Mythos und Geschichte“ zu sehen.

Mehr über die Löwenburg lesen Sie im Regiowiki.

Landgraf Wilhelm IX. von Hessen Kassel hatte die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe zum Teil als künstliche Ruine errichten lassen. Zunächst nur als Turm mit Nebengebäude geplant, entstand nach und nach eine pseudomittelalterliche Burganlage. Sie wurde von Hofarchitekt Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825) als pseudomittelalterliche Burg gebaut. Die seit Kriegsende währenden Bemühungen um den Wiederaufbau sollen mit dem aktuellen Projekt zur Grundinstandsetzung und Wiederherstellung der Löwenburg ihren Abschluss finden, sagte Kühne-Hörmann.

Von Christina Hein

Ein Video zum Thema folgt in Kürze.

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