Sanierung Stadtmuseum:

Sanierung Stadtmuseum: Stadtbaurat tritt bei Kosten auf die Bremse

Teure Baustelle: Sanierung und Ausbau des Stadtmuseums werden immer teurer. Damit die Kosten nicht weiter steigen, soll nun abgespeckt werden. Fotos: Koch

Kassel. Die Sanierung des Kasseler Stadtmuseums wird offenbar immer teurer. Weitere Kostensteigerungen seien bei einigen Arbeiten nicht auszuschließen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) auf Anfrage.

Die Angebote für einzelne Gewerke lägen zum Teil deutlich über den Summen, die das beauftragte Berliner Architekturbüro Hufnagel, Pütz, Rafaelian genannt habe. „In einzelnen Ausschreibungen sind die Abweichungen erheblich.“ Die Stadt lasse die Ausschreibungen prüfen. Zahlen nannte Nolda nicht. Dazu sei es noch zu früh.

„Es ist ein harter Kampf.“

Stadtbaurat Christof Nolda

Christof Nolda

Erst vor wenigen Monaten hatte der Stadtbaurat bekannt gegeben, dass die zuletzt veranschlagte Summe von 9,3 Millionen Euro für Sanierung und Ausbau des Stadtmuseums um 1,6 Millionen Euro überstiegen wird und sich damit auf 10,9 Millionen Euro erhöht. Als Gründe nannte die Stadt Bauschäden an dem Altbau, die vor der Öffnung des Gebäudes nicht ersichtlich waren, sowie eine bis dahin nicht absehbare, aber notwendige Schadstoffsanierung. Ursprünglich waren einmal 8,4 Millionen Euro für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes am Ständeplatz veranschlagt worden. Das federführende Berliner Architekturbüro hatte 2009 den Wettbewerb zum Um- und Ausbau des Stadtmuseums gewonnen.

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„Es ist ein harter Kampf“, sagte Nolda, der eine eiserne Kostenkontrolle bei städtischen Projekten angekündigt hatte. Bei Sanierung und Ausbau des Stadtmuseums würden jede Ausschreibung und jede Entscheidung doppelt geprüft, hatte Nolda vor wenigen Monaten erklärt. Nun sucht man im Rathaus nach Wegen, wie die Kosten reduziert werden können. Dies bedeute, dass man abspecken müsse, sagte Nolda. Was dem Rotstift zum Opfer fallen wird, sei noch offen. „Wir arbeiten heftig. Es rauchen die Köpfe“, sagte der Baudezernent. Nach seinen Angaben sind noch etwa 20 Prozent der Ausschreibungen offen - für Fassade und Innenausbau. „Die großen Batzen sind weg.“

Ob und wie sich die nun aufgetretenen Probleme auf den Zeitplan für die Fertigstellung auswirken werden, ist unklar. Wegen der Kosten hat die Stadt laut Nolda auf eine Winterbaustelle verzichtet, was die Arbeiten verzögert hat. Noch könne niemand sagen, wann das Haus im Jahr 2014 eröffnet werde. Vom Wunschtermin - nämlich rechtzeitig zum Stadtjubiläum 2013 - mussten sich Museumschefin Dr. Cornelia Dörr und der Verein „Freunde des Stadtmuseums“ schon vor einiger Zeit verabschieden.

Von Ellen Schwaab

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