Wohnungsunternehmen Deutsche Annington investiert in Kassel

250 Wohnungen werden für vier Millionen Euro saniert

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Die Deutsche Annington will in Kassel in diesem Jahr 250 Mietwohnungen modernisieren. Darunter sind (im Bild) auch die Wohnhäuser am Frasenweg 4 bis 8 im Stadtteil Kirchditmold.

Das Wohnungsunternehmen Deutsche Annington will in diesem Jahr 120 seiner 2000 Wohnungen in Kassel seniorenfreundlich umbauen. Weitere 130 Wohnungen sollen modernisiert werden.

Dafür werden insgesamt vier Millionen Euro investiert.

Die Mieten sollen auch nach der Sanierung günstig bleiben, erklärt Unternehmenssprecher Philipp Schmitz-Waters. Im vergangenen Jahr hatten Annington-Mieter an der Goethestraße die Erhöhung der Kaltmieten nach Wärmedämmung und Balkonanbau kritisiert. In einem Fall sollte die Kaltmiete von 400 Euro auf 680 Euro nach der Sanierung steigen.

Das Unternehmen werde bei der Wärmedämmung von Gebäuden nur sieben Prozent der Kosten auf die jährliche Miete umlegen, sagt Schmitz-Waters. Zulässig wären elf Prozent. „Es bringt uns ja nichts, wenn wir modernisieren und nachher ist die Wohnung leer“. Aber es sei nötig, die hohen Nebenkosten vor allem für die Heizung zu verringern. Da könnten die Mieter durch Wärmedämmung viel Geld sparen. Die günstigen Preise, die Annington durch die unternehmenseigene Handwerkerorganisation bekomme, würden an die Mieter weitergegeben. Zudem würden die Bauarbeiten durch die eigene Handwerkermannschaft bei Sanierung und Modernisierung sehr schnell erledigt.

Wie hoch die Kaltmiete steige, sei vom Einzelfall abhängig und lasse sich nicht seriös schätzen. Derzeit liege die Kaltmiete im Kasseler Annington-Bestand bei durchschnittlich 6,50 bis 6,80 Euro.

Die ersten Modernisierungsarbeiten sollen im April starten, die letzten Arbeiten werden voraussichtlich im November dieses Jahres abgeschlossen. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt nach Angaben des Sprechers auf den Heizungsmodernisierungen. Durch diese Modernisierungen könnten bis zu 30 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden. Bei der Heizungsmodernisierung falle die Mieterhöhung geringer aus, weil die Hälfte der Kosten als Instandhaltunsgkosten vom Unternehmen getragen würden.

Die energetische Modernisierung werde mit einem Warmedämmverbundsystem an der Fassade umgesetzt. Zusatzlich würden Häuser mit neuen Geschossdeckendämmungen und mit neuen, energieeinsparenden Fenstern versehen. Zudem würden Balkone angebracht und Treppenhäuser modernisiert. Bereits im Jahr 2014 hatte Annington in Kassel über sechs Millionen Euro in Modernisierungen investiert.

Hier wird modernisiert

Heizungsmodernisierungen sind geplant für die Wohnhäuser an der Büchnerstraße 10 und 12 (Bad Wilhelmshöhe), Tischbeinstraße 14 und 16 (Südstadt), Mittelfeldstraße 10 bis 20 und 23 bis 29 sowie Naumburger Straße 53 (Rothenditmold).

Gebäudemodernisierungen sind geplant für folgende Wohnhäuser im Stadtteil Kirchditmold: Frasenweg 4 bis 8, Rötheweg 11 und Straßenäckerweg 3 und 5. (ach)

Das sagt der Mieterbund

Im Mieterbund Nordhessen ist das Unternehmen Annington dafür bekannt, nicht immer mieterfreundliche Entscheidungen zu treffen. Gerade bei Mieterhöhungen nach der Modernisierung von Heizungsanlagen oder Wohngebäuden „muss man sich beraten lassen“, empfiehlt Mieterbund-Geschäftsführer Folker Gebel. Die Instandhaltungskosten, die der Vermieter zu tragen habe, würden bei solchen Sanierungen oft zu niedrig angesetzt und als Modernisierungsanteil auf die Mieter abgewälzt. Es gebe zudem Vertragskonstellationen, wo Modernisierungs-Mieterhöhungen grundsätzlich nicht möglich seien. Das gelte zum Beispiel bei Index- sowie Staffelmietverträgen. „Als Mieter muss man wirklich aufpassen“, rät Gebel. Und bei Luxusmodernisierungen, die zu drastischen Mieterhöhungen und dazu führten, dass Mieter aus ihrer Wohnung verdrängt würden, gebe es Härtefallregelungen und die Möglichkeit, sich juristisch dagegen zur Wehr zu setzen.

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