Stadt Kassel und Landesdenkmalpflege investieren in den nächsten zehn Jahren insgesamt 860 000 Euro

Waldau: Sanierung der Zehntscheune gesichert

Bürger reden Klartext: Helene Leuker (rechts) spricht mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen über die Situation im Waldauer Einkaufszentrum. Foto: Konrad

Waldau. Die Finanzierung der Zehntscheunen-Sanierung in Waldau, die in den kommenden zehn Jahren umgesetzt werden soll, ist gesichert. Das teilte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) bei einer Ortsbegehung im Stadtteil Waldau mit.

In den kommenden zehn Jahren sollen 860 000 Euro aufgebracht werden. So viel wird die komplette Sanierung laut Gutachten kosten. Geld kommt von der Stadt und aus Zuschüssen der Landesdenkmalpflege. Die müssen jährlich neu beantragt werden. Wolfgang Decker (SPD), Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter, sieht gute Chancen, die Zuschüsse für die Sanierung jährlich zu erhalten. Für dieses Jahr stellt die Stadt 50 000 Euro bereit, von der Landesdenkmalpflege kommen 20 000 Euro. Die mittelalterliche Zehntscheune an der Nürnberger Straße / Ecke Fuldaaue aus dem Jahr 1460 gehört zu den ältesten Gebäuden in Kassel. Sie wird hauptsächlich für Veranstaltungen genutzt. Unter anderem feiern die Waldauer dort ihre Entenkirmes.

Die Stadt hat das Baudenkmal für einen symbolischen Betrag von der Kommunalen Versorgungskasse Kurhessen-Waldeck gekauft und stellt es dem Förderverein Zehntscheune zur Verfügung. Der kümmert sich um die Nutzung und die laufenden Kosten, etwa für Versicherungen, Straßenreinigungen und Heizung. Bereits 1976 war das historische Gebäude saniert worden. Damals allerdings fehlerhaft: Holzbalken wurden mit Kunstharz ausgebessert, jetzt ist das Holz darunter marode.

Unklar dagegen ist die künftige Nutzung weiterer Liegenschaften im Stadtteil: Der denkmalgeschützte Hohmannsche Hof gegenüber dem Bürgerhaus steht laut Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) Plänen im Weg, das Grundstück als Baugebiet zur Verfügung zu stellen.

Altes Heizkraftwerk

Wie das ehemalige Heizkraftwerk Waldau genutzt werden kann, ist noch unklar. Bonn hält ein Jugendzentrum dort für möglich. Allerdings müsste das Gebäude dafür energetisch komplett neu aufgerüstet werden. Für Hilgen ist klar: Wenn keine vernünftige Nutzung möglich ist, sei ein Abriss die einzig vertretbare Option.

Verbesserungen fordern Bürger für das Einkaufszentrum an der Breslauer Straße / Ecke Görlitzer Straße. Vor allem alteingesessene Waldauer kritisieren, dass das Areal zunehmend vergammele. Die Einkaufsstätte werde inzwischen von vielen Menschen gemieden. „Man fühlt sich vor allem abends dort nicht mehr sicher“, sagte etwa Helene Leuker vom Waldauer Landfrauenverein. Eine optische Auffrischung und ein erweitertes Angebot hält auch der Ortsvorsteher für wünschenswert. ARTIKEL LINKS

Von Mirko Konrad

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