Sanierung der Zehntscheune in Waldau beginnt

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Finanzierung in trockenen Tüchern: In knapp drei Wochen wird die Sanierung der historischen Zehntscheune in Waldau an der Nürnberger Straße beginnen.

Kassel. Die Finanzierung für die Sanierung der Zehntscheune ist in trockenen Tüchern, in etwa drei Wochen wird die Fachfirma Eifert aus Grebenau damit beginnen, schadhafte Balken an der Südfassade auszutauschen.

860.000 Euro sind für das Sanierungsvorhaben veranschlagt. Hinzu kommen etwa 200 000 Euro Baunebenkosten. Die Wiederherstellung der Scheune erfolgt in 18 Bauabschnitten, von denen jedes Jahr ein bis zwei in Angriff genommen werden sollen.

„Ziel ist, in etwa zehn, spätestens fünfzehn Jahren mit der Sanierung fertig zu sein“, sagt Planer Dr. Ulrich Huster, Geschäftsführer des Kasseler Ingenieur-Büros HAZ.

Grund für die lange Bauzeit ist die Finanzierung in Etappen. Jährlich sollen rund 70.000 Euro bereit gestellt werden. Die Stadt Kassel übernimmt 30.000 Euro, die Sparkasse Kassel 20.000 Euro und weitere 20.000 Euro kommen von der Denkmalschutzbehörde des Landes.

Zuvor hatte die Stadt das Gebäude für einen symbolischen Betrag von der Versorgungskasse Kurhessen-Waldeck gekauft. Seit Ende 2003 der letzte Gewerbemieter ausgezogen war, hatte die Versorgungskasse vergeblich versucht, die Scheune zu vermarkten. Zuletzt ging es um einen fünfstelligen Betrag.

Schwere Schäden an der Bausubstanz: Planer Ulrich Huster zeigt auf eine marode Schwelle an der Südfassade. Vor einigen Jahren waren schadhafte Balken mit Kunstharz bestrichen worden. Dahinter sammelte sich Feuchtigkeit, das Holz verfaulte.

Für die laufenden Kosten ist weiterhin der Förderverein Zehntscheune Waldau zuständig. „Versicherung, Strom, Heizung und Wasser kosten uns pro Jahr 4500 Euro“, sagt Vereinsvorsitzender und Ortsvorsteher Joachim Bonn. Wesentliche Teile dieser Aufwendungen könnten weiter durch Vermietungen eingespielt werden. „Trotz der Bauarbeiten wird die Scheune voll für Veranstaltungen wie die Enten-Kirmes nutzbar bleiben“, sagt Bonn.

Der Sanierungsbedarf an der Scheune ist groß. Gut die Hälfte der Deckenbalken und ein Drittel der Fassadenbalken muss ausgetauscht werden. Gebaut wird mit Eiche. Die Reihenfolge der Bauabschnitte richtet sich nach dem Grad des Sanierungsbedarfs. An vielen Stellen waren in der Vergangenheit schadhafte Balken mit Kunstharz bestrichen worden. So sammelte sich eingedrungenes Wasser in den Balken, was wiederum zu Schimmelbildung führte.

Am Freitag hatten sich an der Zehntscheune Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Decker, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kassel, Ingo Buchholz, Stadtbaurat Christof Nolda sowie Ortsvorsteher Waldau Joachim Bonn getroffen.

Von Borius Naumann

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