Freispruch gefordert

Savasci-Prozess: Verteidigung sieht keine ausreichenden Beweise für Mord

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Er ist wegen des Verdachts des Mordes angeklagt: Der 51-jährige Bruder von Mehtap Savasci.

Kassel. Überraschung im Mordprozess Savasci: Der Vorsitzende Richter Volker Mütze gab den rechtlichen Hinweis, dass in diesem Verfahren neben einer Verurteilung wegen Mordes auch eine Verurteilung wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge oder Totschlags in Betracht kommen könnte. 

Zuvor hatte die Verteidigung in nicht öffentlichen Plädoyers einen Freispruch für den Angeklagten, den Bruder des Opfers Mehtap Savasci, gefordert. Zudem ist die Strafkammer erneut in die Beweisaufnahme nach mehreren Hilfsbeweisanträgen, die die Verteidigung während des Plädoyers gestellt hatte, getreten. Vier weitere Zeugen werden gehört.

Mehtap Savasci

Die beiden Verteidiger des 51-jährigen Angeklagten hatten in ihren Schlussvorträgen, die über zwei Stunden dauerten, einen Freispruch für den Mann aus Maintal beantragt. Verteidiger Sven Schoeller aus Kassel erklärte auf Anfrage der HNA: „Wir bewerten die Indizienlage so, dass es für eine Verurteilung wegen Mordes nicht ausreicht.“ Es gebe alternative Sachverhalte, die näher liegen als die von der Staatsanwaltschaft vorgegebene Mordversion.

Er sei gleichwohl nach der Beweisaufnahme zu dem Ergebnis gekommen, dass sein Mandant eine Verantwortlichkeit für das Tatgeschehen trage. Aufgrund der Funkzellenauswertung der beiden Handys des Angeklagten sei es nicht von der Hand zu weisen, dass der Mann am 7. Oktober vergangenen Jahres nach Kassel zur Wohnung seiner Schwester Mehtap Savasci gefahren sei. Für ihn komme deshalb auch eine Verurteilung wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge (Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahre) in Betracht, so Schoeller.

Es sei aber nicht bewiesen, dass der Angeklagte seine Schwester erschossen habe. Dafür könne durchaus eine andere Person verantwortlich sein, sagte Schoeller, ohne einen Verdächtigen zu nennen. Die Tatwaffe ist bis heute verschwunden.

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