Arbeitnehmern droht nach Bereicherung sogar die Kündigung

VW: Zigaretten geholt und dabei Geld kassiert

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Volkswagenwerk Kassel in Baunatal: Mitarbeiter sollen sich an einem defekten Zigarettenautomaten bereichert haben, ihnen drohen Sanktionen bis hin zur Kündigung.

Baunatal. Mindestens 20 Mitarbeiter des VW-Werks in Baunatal müssen mit arbeitsrechtlichen Sanktionen bis hin zu einer Kündigung rechnen. Den Mitarbeitern wird vorgeworfen, einen technischen Defekt an zwei Zigarettenautomaten im Werk ausgenutzt zu haben, um sich zu bereichern.

Es soll in der Spitze um Summen von mehreren hundert Euro gehen. Die Mitarbeiter sollen mit ihrem Werksausweis, den man auch als Zahlungsmittel benutzen kann, Zigaretten an zwei Automaten gezogen haben. Durch den Defekt wurden keine fünf Euro von der Chipkarte des Ausweises abgebucht, sondern gutgeschrieben. Die Zigaretten kamen trotzdem aus dem Automaten.

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Diesen Fehler nutzten einige Mitarbeiter offensichtlich aus, um sich nicht nur gratis Zigaretten zu ziehen, sondern um ihre Chipkarte auf Kosten des Autokonzerns aufzuladen. Mit den Karten können auch das Kantinenessen, Getränke und Süßigkeiten an Automaten bezahlt werden. Sämtliche Automaten stehen unter Regie des VW-Werks, das die Waren in Kommission kauft. Die Affäre um die defekten Automaten ist vergangene Woche aufgeflogen und sorgt für Aufregung unter der Belegschaft.

Nach Angaben von VW-Sprecher Rudi Stassek besteht der Verdacht, dass die „Störung von einigen wenigen Mitarbeitern zum eigenen finanziellen Vorteil ausgenutzt wurde“. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Nach Prüfung der Einzelfälle werde Volkswagen unter Einhaltung der „bestehenden Vereinbarungen konsequent und angemessen reagieren“.

Der Betriebsrat in Baunatal äußerte sich gestern nicht zu der Affäre.

Noch keine Strafanzeige

Laut Polizeisprecherin Sabine Knöll wurde noch keine Strafanzeige gegen VW-Mitarbeiter erstattet. Sollte es dazu kommen, wäre zu prüfen, ob gegen die Betroffenen Ermittlungsverfahren wegen Vermögensdelikten eingeleitet werden, sagt Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel. Archivfoto:  nh

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Von Ulrike Pflüger-Scherb

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