Konzern bestätigt Entlassungen im Baunataler Werk wegen Bereicherung an Zigarettenautomaten

VW-Affäre: Die Ersten müssen gehen

Baunatal. Beim VW-Werk in Baunatal ist den ersten Mitarbeitern wegen der Automaten-Affäre gekündigt worden. Zwei Betroffene erklärten gestern gegenüber der HNA, dass mindestens acht weitere Kollegen eine Kündigung bekommen hätten.

Weiteren Kollegen drohe die Entlassung, weil sie ihre Chipkarte auf VW-Kosten an Zigarettenautomaten im Werk aufgeladen hätten, sagten die Gekündigten. VW-Pressesprecher Rudi Stassek bestätigte gestern, dass es Kündigungen gegeben habe. Nach weiteren Recherchen und intensiven Beratungen mit der Arbeitnehmervertretung werde sich die Zahl der Entlassungen bei etwa zehn einpendeln, sagte er. Das Unternehmen sei mitten in den Ermittlungen.

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Beim Betriebsrat wollte man gestern nichts Näheres über das Thema sagen. „Das sind laufende Verfahren, zu denen wir uns nicht äußern“, sagte Renate Müller von der Mitarbeitervertretung. Fest steht, dass der Betriebsrat jeder Kündigung zugestimmt haben muss. Das geht aus den Schreiben an die gekündigten Arbeitnehmer hervor.

Nach Informationen von Betroffenen sollen allein im Original-Teile-Center (OTC) 120 Mitarbeiter zu einem Gespräch vorgeladen worden sein. Ihnen wird vorgeworfen, sich mit ihrem Werksausweis, der auch als Zahlungsmittel verwendet werden kann, an einem Zigarettenautomaten, auf Kosten von VW bereichert zu haben. Durch einen technischen Defekt, so der Vorwurf des Konzerns, sei kein Geld von den Chipkarten abgebucht, sondern gutgeschrieben worden. Diesen Defekt hätten verschiedene Werksanghörige bewusst ausgenutzt, um sich zu bereichern.

Zwei Mitarbeiter, denen gekündigt worden ist, weisen diese Vorwürfe zurück. Sie hätten niemals bemerkt, dass Geld auf ihre Chipkarte geladen worden ist. Eine Person sagte, ihr werde vorgeworfen, seit dem Jahr 2007 zu Unrecht 100 Euro kassiert zu haben. Seitdem sei der Automat schon defekt, sagte die Person.

Der andere defekte Automat soll in der Halle 2 stehen. In der Belegschaft kursiert das Gerücht, dass wegen dieses Automaten mehrere hundert Mitarbeiter mindestens mit einem unangenehmen Gespräch rechnen müssen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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