Ausbildung beginnt im Alter von einem Jahr

Schäferhund-Welpe der Kasseler Polizei: Hecki will mal Spürhund werden

Kassel. Bis Hecki auf Verbrecherjagd gehen darf, dauert es noch. Trotzdem begeistert der kleine Schäferhund schon jetzt Kollegen im Polizeipräsidium und die Fans der Polizei-Seite bei Facebook.

Mit seinen 13 Wochen ist „Der Heckler von High Drives“, wie der Deutsche Schäferhund mit vollem Namen heißt, das derzeit jüngste Mitglied der Kasseler Polizei.

Wie alle Diensthunde wohnt der Welpe bei seinem Hundeführer Martin G. – und hält den 41-Jährigen seit drei Wochen auf Trab. „Ich verstehe Eltern nun viel besser, denn Schlaf bekomme ich zurzeit sehr wenig“, sagt G.

Neugierig und aufgeweckt: Noch ist für Hecki alles ein großes Spiel. Bis er ein Jahr alt ist, lernt er grundlegende Kommandos wie Sitz und Platz. Dann folgt, sollte er geeignet sein, die eigentliche Ausbildung zum Polizeihund.

Auch wenn die eigentliche Ausbildung von Hecki erst mit einem Jahr beginnt, gibt es jetzt schon viel zu tun. Geübt wird alles, was spielerisch geht. Dazu gehört auch, dass Hecki seinen Namen lernt. Den vergisst er zwischendurch noch. Zudem trainieren Hund und Herrchen Fahrstuhlfahren und Laufen auf verschiedenen Böden wie Fliesen, Laminat und Teppich. Denn: Hecki darf keine Angst vor Gebäuden haben, wenn er ausgebildeter Polizeihund werden will.

Probesitzen vor dem Streifenwagen: Noch ist Hecki zu jung, um mit seinem Herrchen Streife zu fahren. Später wird es für ihn zum Alltag gehören.

Ob er das darf, stellt sich erst heraus, wenn Hecki ein Jahr alt ist und überprüft wird. Dass er schon als Welpe gekauft wurde, ist also nicht ohne Risiko. Oft kommen die Hunde zwischen zwölf Monaten und drei Jahren zu ihren Hundeführern. „Das hat den Vorteil, dass man weiß, ob der Hund gesund ist“, erklärt Uwe Hartung, Ausbildungsleiter für Diensthundewesen beim Polizeipräsidium Nordhessen. Werden sie als Welpe eingekauft, kann es sein, dass bei der Prüfung mit einem Jahr herauskomme, dass der Hund wegen einer Erkrankung oder seines Wesens nicht für den Dienst geeignet sei. „Du kaufst dir also fünf Kilo Hoffnung“, sagt Hartung. Denn natürlich sei die Bindung zwischen Hund und Herrchen nach einem Jahr sehr eng. „Im Zweifel bleibt der Hund dann bei ihm, und wir verlieren einen Hundeführer.“

Uwe Hartung

Wird ein Hund für tauglich befunden, folgt die dreimonatige Ausbildung zum Schutzhund. Zudem wird geschaut, ob der Hund noch eine Spezialausbildung bekommt, um nach Rauschgift, Sprengstoff, Leichen oder Bargeld zu suchen. „Das wird je nach Wesen des Tieres entschieden“, sagt Hartung.

Bei der Ausbildung machen sich die Hundeführer den Spiel- und Beutetrieb des Tieres zunutze. „Wir bringen ihnen nicht bei, dass sie müssen, sondern dass sie dürfen“, erklärt Hartung. Dann mache der Hund seinen Job gerne. Damit all das funktioniert, müssen die Tiere konsequent und mit Grenzen ausgebildet werden. „Ein Hund muss in jeder Lage kontrollierbar sein“, erklärt Hartung.

Kasseler Polizeihund Hecki will mal Spürhund werden

Darauf arbeiten Hecki und sein Herrchen in den kommenden Monaten hin. Eine Ausbildung zum Rauschgiftspürhund wäre dann mit Blick auf die Arbeit in Kassel gut. Wichtig sei aber vor allem, sagt sein Herrchen, dass Hecki es überhaupt packe.

Hintergrund: Hunde trainieren ein Leben lang

15 Diensthunde gibt es im Revier Mitte in Kassel. Sie sind entweder als Welpen oder als erwachsene Hunde eingekauft worden. Neben Deutschen Schäferhunden gehören vor allem Belgische und Holländische Schäferhunde zu den Rassen, die von der hessischen Polizei eingesetzt werden. Seltener werden auch Riesenschnauzer, Dobermänner und Hovawarts ausgebildet.

Ein Welpe mit guter Ahnentafel kostet etwa 900 bis 1000 Euro. Kauft das Land Hessen ältere Tiere zwischen zwölf Monaten und drei Jahren, gibt es bis zu 2500 Euro aus.

Nach der Ausbildung der Hunde im südhessischen Mühlheim trainieren die Hundeführer regelmäßig mit ihren Tieren, damit diese nicht vergessen. Einmal im Jahr werden die Hunde zudem auf ihre Einsatzfähigkeit überprüft. Für Hundeführer mit Spürhunden gibt es zudem ebenfalls einmal jährlich ein Seminar.

Rubriklistenbild: © Klement

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