Heimkino-Messe der „Sound Brothers“ zog Fans von Unterhaltungselektronik an

Neueste TV-Technik: Am Messestand von Beraterin Licarda Grieser informierten sich Jens Quarg und Tilo Klein (mit 3D-Brille). Fotos:  Fischer

Kassel. Die barocke Orangerie an der Karlsaue wurde am Wochenende zum Techniktempel: Einige Tausend Besucher, zum Teil von weit her angereist, informierten sich bei der „Home Cinema Trends 2014“ über Neuheiten der Unterhaltungselektronik.

Die Fachmesse gehört zu den größten ihrer Art in Deutschland und wird seit 1988 von dem Kasseler Unternehmen Sound Brothers organisiert.

Inhaber Wolf Tauer sprach von einem geglückten Experiment, nach vielen Jahren im Kongress-Palais mit der Schau an die Karlsaue umzuziehen. Fast hätte man meinen können, die documenta sei zur Unzeit in den historischen Bau eingekehrt: Klangwellen aus allen Winkeln verdichteten sich zu einer großen Soundcollage, auf ungezählten Monitoren sprangen den Fans akrobatische Actionhelden oder putzige Animationsfilmfiguren in 3D-Realistik entgegen.

Erstmals in der Orangerie: Die Messeorganisatoren Marion und Wolf Tauer vor einem Klangvorführ-Truck der Firma Bose.

Es ging tatsächlich um Künste, aber solche der technologischen Art, die Vertreter von 20 Herstellern der Branche zeigten. Während parterre gefachsimpelt und um Messeprozente verhandelt wurde, war ein Gesellschaftsraum im Obergeschoss zu einem Heimkino der Superlative hochgerüstet worden und zeigte eine brachiale Autoverfolgungs-Action auf einem Riesenmonitor, wie er in einem durchschnittlich geräumigen Heim erst mal untergebracht werden will. Hätte man als Geisel selbst im Kofferraum gelegen, wäre die akustische Dramatik vermutlich nicht halb so packend gewesen wie der Schalldruck im Schnittpunkt Dutzender Surround-Lautsprecher bei der Filmvorführung des Geschehens.

Enthusiasten, die so etwas zu Hause haben wollen, müssten für die ausgestellte Anlage etwa 55 000 Euro hinblättern. Wolf Tauer kennt die nahe liegenden Fragen und schmunzelt: „Das sind Dinge, die kein Mensch wirklich braucht, aber sie machen das Leben schöner. Mit einem Ferrari kann man so gesehen auch bloß von A nach B fahren.“

Wer es gern schärfer hätte als die schnöde Realität, kam auch in volkstümlichen Preisklassen auf seine Kosten. Ein ultra-hochauflösender Fernseher mit der neuesten 4k-Technik ist inzwischen für unter 1000 Euro erhältlich. Auch eine Europa-Premiere gab es bei der Messe: Ein brandneues Heimkinosystem des Herstellers Bose, für den die Sound Brothers mit Abstand umsatzstärkster deutscher Händler sind, wurde Stunden vor der Schau per Eilkurier aus einem Zolllager in den Niederlanden geholt und im Nachteinsatz aufgebaut. www.soundbrothers.de

Von Axel Schwarz

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