Feuchtigkeit in Eigentumswohnung

Schimmel in den Ecken: Gabriele Taege streitet mit GWH um Ursache

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Hässliche schwarze Flecken: Gabriele Taege hat in einem Zimmer den Schrank (rechts) abgerückt, damit das Möbelstück nicht beschädigt wird. Der Schimmel hat sich längst durch die Tapete gefressen.

Kassel. Gabriele Taege fühlt sich in der Siedlung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWH) in Helleböhn wohl. Jahrzehntelang wohnte die Frau mit ihrem - mittlerweile gestorbenen - Mann in einer Mietwohnung an der Meißnerstraße.

Vor drei Jahren entschloss sich das Paar, in derselben Straße als Altersruhesitz von der GWH eine Eigentumswohnung zu kaufen, frisch renovierte 65 Quadratmeter. Doch mit der Freude über den Kauf war es schnell vorbei.

Nach drei Monaten hätten sich in den Ecken der Wände die ersten hässlichen Flecken gezeigt, sagt Taege. Im Zimmer, wo sie ihren Ehemann pflegte, sei es besonders schlimm gewesen. Da habe sie die Möbel von der Wand rücken müssen. Die gebürtige Schwarzwälderin beschwerte sich bei der GWH. Die schickte auch jemanden vorbei, der die fraglichen Stellen mit Schimmelspray einsprühte. Die GWH habe ihr sogar angeboten, in der neuen Küche einen Lüftungsschlitz einzubauen, berichtet die 64-Jährige. Das habe sie aber abgelehnt, sagt Taege.

Genug gelüftet?

Seitdem liegt die frühere Kassiererin mit der Wohnungsgesellschaft im Streit darüber, ob der inzwischen massive Schimmel in der Wohnung von einen Schaden an der Fassade oder durch unzureichende Lüften verursacht worden ist. Letzteres behauptet die GWH. Taege hat sich einen Anwalt genommen.

Die 64-Jährige vermutet, dass das Wasser durch die Fassade des 1959 errichteten Hauses eindringt. Auch ihre Fenster seien im Winter ständig beschlagen, das Wasser laufe innen herunter. Schon in ihrer früheren Mietwohnung hätten sie Feuchtigkeit in der Wand gehabt, sagt Taege. Sie fordert, dass die GWH den Mangel dauerhaft abstellt, mit einem Überstreichen will sie sich nicht zufrieden geben. Sie habe daher GWH-Mitarbeiter weggeschickt, sagt die Witwe.

Stefan Bürger, Leiter der Kasseler GWH-Geschäftsstelle weist die Vorwürfe zurück. Man habe von März bis Mai in Taeges Wohnung Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen. Die Protokolle beweisen seiner Ansicht nach, dass nur äußert selten gelüftet und viel zu wenig geheizt werde. Der Anwalt Taeges bestreitet das.

Außerdem habe vorher ein Mieter die Wohnung acht Jahre lang bewohnt, ohne dass es eine Beschwerde wegen Feuchtigkeit gegeben habe, sagt Bürger. Mit der von Taege erwähnten Mietwohnung habe es nach deren Auszug auch keine Probleme mit Feuchtigkeit gegeben. Die übrigen Wohnungseigentümer in dem Haus hätten keine Feuchtigkeitsprobleme gemeldet.

Warum hat dann aber die GWH zunächst versucht, den Schimmel zu beseitigen? Man habe die Käuferin mit ihrem Problem nicht allein lassen wollen, sagt Bürger und fügt hinzu. „Wir wollten helfen, dass die Betroffene mit der Feuchtigkeit klarkommt.“

Von Peter Dilling

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