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Schlag gegen Kinderpornografie: Zwei Beschuldigte kommen aus Kassel

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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218 Polizisten waren in der vergangenen Woche in Hessen im Einsatz, um Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Wiesbaden/Kassel – 62 Beschuldigte mussten den Ermittlern ihre Haus- oder Wohnungstür zwecks Durchsuchung öffnen, teilt eine Sprecherin des Landeskriminalamts in Wiesbaden mit. Den 62 Beschuldigten werden Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinder- beziehungsweise Jugendpornografie oder sexueller Missbrauch von unter 18-Jährigen zur Last gelegt. Zehn Beschuldigte wurden vernommen, 1 Haftbefehl wurde vollstreckt. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen stehen die Beschuldigten - 58 Männer und 4 Frauen - untereinander weder im Austausch, noch kennen sie sich.

Die Durchsuchungen hätten in Kassel, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Darmstadt und Hanau stattgefunden, außerdem in den Landkreisen Groß-Gerau, Offenbach, Odenwald, Schwalm-Eder, Main-Kinzig, Wetterau, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill, Gießen, Fulda, Hochtaunus, Main-Taunus, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße. Dabei wurden 508 deliktsspezifische Gegenstände - darunter sind Speichermedien aller Art zu verstehen - sichergestellt. Diese würden nun ausgewertet.

Zwei Ermittler bei der Razzia in Hanau.
Ermittler bei der Razzia in Hanau: Zwei der insgesamt 62 Beschuldigten kommen aus Kassel. © 5vision.media

Razzien in Hessen: 16-jähriger Beschuldigter lebt in Kassel

Zwei der insgesamt 62 beschuldigten Personen leben in der Stadt Kassel. Dabei handele es sich um einen 16-jährigen Jugendlichen und um einen 55-jährigen Mann, so die LKA-Sprecherin. Gegen beide werde wegen der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt.

Bei der hessischen Polizei wurde vor über zwei Jahren die BAO FOKUS gegründet, um unter Ausschöpfung aller taktischen und rechtlichen Mittel gegen Sexualstraftäter und den Besitz von Kinderpornografie vorgehen zu können, so die Polizeisprecherin. Inzwischen seien über 800 Beschuldigte vernommen und bei Durchsuchungen mehrere Zehntausend Speichermedien sichergestellt worden. Während sich manch ein Verdacht nicht bestätigte, erhärteten sich andere.

Zum Beispiel wurde nach intensiven Ermittlungen der BAO FOKUS vor wenigen Wochen an einem hessischen Landgericht ein 47-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen 2002 und 2007 sowie im Sommer 2021 drei Jungen sexuell missbraucht habe, teilweise schwer und über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Kinder warenwährend der Taten zwischen acht und zehn Jahre alt. Der Angeklagte legte während des Prozesses ein Teilgeständnis ab. (use)

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