Trotz Wegfall der Unterführung an Endstation im Bergpark mehr Barrierefreiheit

Schleife für Rollstuhlfahrer

Entree in den Bergpark: So soll der Platz an der Endstation der Linie 1 nächstes Jahr nach dem Umbau aussehen. Eine großzügige Landschaftstreppe soll in den Bergpark einladen - Rollstuhlfahrer werden rechtsherum über eine Wegschleife geleitet. Grafik: Wes & Partner

Kassel. Im Frühjahr geht der Umbau der Tulpenallee im Bergpark weiter. Wie berichtet, soll die Straße einen hellen Belag bekommen, um sich optisch besser in den Bergpark einzufügen. Umgestaltet werden ab September auch die Plätze an der Endstation der Linie 1 und auf dem Schlossplateau.

Am Besucherzentrum an der Straßenbahn-Endhaltestelle ist dabei eine breite Treppenanlage vorgesehen, über die der Zugang zum Park erfolgt. Die bisherige Unterführung wird verschwinden. „Ist das nicht eine Verschlechterung für Behinderte?“, fragt sich HNA-Leser Albert Gronau.

Er kann nicht nachvollziehen, warum die Unterführung dichtgemacht wird. „Für Rollstuhlfahrer wird sich durch die Neugestaltung ein großer Umweg ergeben“, sagt der Harleshäuser. Zudem werde die komfortable Situation abgeschafft, dass Fußgänger die Straße unterqueren können. Stattdessen müssten die Bergparkbesucher künftig auf den Verkehr der stark befahrenen Verbindungsstraße achten.

Für Rollstuhlfahrer werde die Situation durch den Umbau verbessert, sagt Marion Fischer-Ebel vom Stadtplanungsamt auf Anfrage der HNA. Die jetzige Unterführung sei nicht barrierefrei, weil es dort 16 Prozent Gefälle gebe. Der als Schleife geführte Weg mache künftig einen barrierefreien Zugang zum Park erst möglich. Auf dem Weg betrage das Gefälle weniger als sechs Prozent. Die Wegschleife sei etwa 60 Meter lang. „Wir müssen schon ein bisschen ausholen, um die Steigung gering zu halten“, sagt die Stadtplanerin.

Details noch in Planung

Noch laufe die Ausführungsplanung, die genaue Umsetzung werde also noch erarbeitet. Dabei arbeite man mit Senioren- und Behindertenbeirat zusammen. Wichtig sei, dass die Straße im Bereich der Endstation durch sichtbare Kanten abgegrenzt werde. „Schließlich wollen wir vermeiden, dass die Besucher vom Platz direkt auf die Straße laufen.“

Dass die Unterführung nicht beibehalten werde, habe vor allem gestalterische Gründe, sagt Fischer-Ebel. Bei dem Wettbewerb sei nicht ein Vorschlag eingereicht worden, der an dem Tunnel festhalte. Ziel der Neugestaltung sei, zu zeigen: Hier beginnt der Bergpark. Ein Loch eines Tunnels wirke da wenig einladend. Die breite Landschaftstreppe hingegen öffne den Platz zum Park und empfange den Besucher mit großzügiger Geste.

Im Wegfall der Unterführung sehe er kein Problem, sagt Helmut Ernst, Vorsitzender des städtischen Behindertenbeirats. Wichtig sei, dass die Steigung auf dem Weg nicht größer als sechs Prozent sei. Mit der Stadt sei bereits ein Ortstermin verabredet, um über Details der Umsetzung zu sprechen, sagt Ernst. Deshalb sehe er derzeit keinen Anlass zur Kritik. „Wir werden darauf achten, dass barrierefrei gebaut wird.“

Von Katja Rudolph

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