Schleppendes Salzmann-Projekt

Fraktionen spekulieren über Gründe

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Arbeiten ruhen: Auf dem Areal der ehemaligen Salzmann-Fabrik (Sandershäuser Straße) sind die Abrissarbeiten schon im November eingestellt worden.

Kassel. Am Montag tagte zum letzten Mal in diesem Jahr der Magistrat der Stadt Kassel. Dies wäre die letzte Chance gewesen, noch 2012 über einen Mietvertrag für ein Technisches Rathaus in der ehemaligen Salzmann-Fabrik zu entscheiden.

Über Salzmann wurde im Magistrat aber nicht gesprochen. Dabei wollte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) noch dieses Jahr einen Mietvertrag mit Projektentwickler Dennis Rossing von der Bad Hersfelder Rosco-Gruppe abschließen.

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Nolda spricht von „Krümeln“, die noch auf dem Weg zu einer Vertragsunterzeichnung aus dem Weg geräumt werden müssten. Es seien keine Hindernisse mehr zu überwinden, die ein Scheitern des Projektes bedeuten könnten. In den Rathaus-Fraktionen wird die Verzögerung des Projekts - im Oktober sollte bereits der Abriss beendet sein - unterschiedlich gewertet:

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„Ich habe ein absolut geringes Vertrauen in das Projekt. Am Ende wird der Projektentwickler das Problem sein“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Wett. Die CDU fordere den Magistrat auf, Abstand von dem Technischen Rathaus zu nehmen. Es dürfe aber am Ende auch keine „halb abgerissene Investitionsruine“ zurückbleiben.

Uwe Frankenberger und Gernot Rönz, Fraktionsvorsitzende von SPD und Grünen, geben sich hingegen optimistisch, was eine Einigung zwischen der Stadt und Rossing angeht. Wegen der Altlasten habe es Verzögerungen gegeben. Sie sehen aber keine Gründe, dem Projekt gegenüber misstrauisch zu werden.

Heinz Gunter Drubel, stellvertretender FDP-Fraktionschef, ist froh, dass es noch keine Einigung gab. „Kassel ist keine Millionenstadt, wir brauchen kein Technisches Rathaus“, sagte Drubel. Es gebe schon jetzt viel Büroleerstand in der Innenstadt, der durch den Umzug städtischer Ämter noch vergrößert werde.

Dr. Bernd Hoppe (Piraten) glaubt, dass Rossing überrascht war angesichts der Kosten der Altlastenentsorgung. Dabei gehe es sicherlich um eine Millionensumme, mit der er möglicherweise nicht kalkuliert habe. Und solange die Altenlastenfrage nicht geklärt sei, gebe es keine Baugenehmigung und damit auch keinen Mietvertrag.

Von Bastian Ludwig

Fotos aus dem Archiv: Abrissarbeiten an der Salzmann-Fabrik

Abrissarbeiten an der Salzmann-Fabrik

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