Trauriger Wasserfestzug?

Schleuse im Kasseler Hafen bleibt dicht

Außer Betrieb: Die Kasseler Stadtschleuse bleibt vorerst geschlossen. Im Bereich der Untertore (Foto) muss die marode Betonmauer repariert werden. Archivfoto:  Herzog

Kassel. Die Schleuse Kassel bleibt voraussichtlich bis zum 31. Juli gesperrt. Diese Bekanntmachung des Wasser- und Schifffahrtsamtes ist nicht nur für den Wassersport der Region und die Personenschifffahrt eine Hiobsbotschaft.

Durch die Schleusensperrung wird auch beim Hessentag einiges ins Wasser fallen. So wurde beispielsweise das Projekt Hessentagsfloß bereits gestoppt. Und sollte die Schleuse bis zum Zissel ab 3. August nicht repariert sein, könnte der Wasserfestzug in diesem Jahr einen traurigen Anblick bieten.

„Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht“, sagt Personenschifffahrts-Unternehmerin Karola Söllner. Sie wird mit dem Ausflugsschiff „Hessen“ im Stadtgebiet bleiben und hofft auf das Verständnis ihrer Kunden. Unterhalb der Schleuse habe sie keine Liegemöglichkeit für das Ausflugsschiff.

Die Schleuse im Regiowiki

Die Rehbein-Linie wird indes die „Europa“ noch in dieser Woche ins Unterwasser verlegen, um wieder bis nach Hann. Münden und in die Weser fahren zu können. Um das zu ermöglichen, wird das Wasser- und Schifffahrtsamt den Notverschluss zur Trockenlegung des Untertores noch einmal entfernen und eine Sonderschleusung ermöglichen. Eventuell finde man eine Möglichkeit, unterhalb der Schleuse an der Hafenbrücke einen Anleger einzurichten, sagt Anna-Elisabeth Rehbein.

Nach der Sonderschleusung wird dieser Weg wieder versperrt sein, sodass auch viele Boote, die im Hafen ins Wasser gehoben werden, ihre Liegeplätze im Stadtgebiet nicht erreichen können.

Die Schleuse konnte zum 1. April ihren regulären Betrieb nicht aufnehmen, weil bei einer Inspektion des 100 Jahre alten Bauwerks massive Schäden festgestellt wurden. Wie es aktuell mit dem Wassertor zur Stadt weitergeht, wisse man nicht vor Mitte April, sagte die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Hann. Münden, Katrin Urbitsch. Im Bereich der Untertore müsste aktuell saniert werden. Über die Höhe der Kosten wurde nichts bekannt.

In den vergangenen Jahren waren die Schleusenkammer und die Tore immer wieder repariert worden. Laut einem statischen Gutachten könnte die Schleuse noch bis 2016 halten. Danach wäre ein Neubau nötig. Doch ob die rund sechs Millionen Euro für den Einbau einer kleineren Kammer bereitgestellt werden, ist noch nicht entschieden.

An dieser Entscheidung hänge die Zukunft der gesamten unteren Fulda als Wasserstraße, sagt der Sprecher des Zweckverbandes Kasseler Sportschifffahrt (ZKS), Jan Hörmann. Im Grunde brauche es ein Zukunftskonzept, um auch in unserer Region wieder mehr Fracht aufs Wasser zu verlagern.

Von Martina Heise-Thonicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.