Tore wurden repariert - Saison ist erst einmal gesichert - Zukunft ungewiss

Schleuse öffnet doch wieder

Katrin

Unterneustadt. Diese Saison ist gerettet. Für das laufende Jahr wird die Kasseler Stadtschleuse ihren Betrieb noch aufrechterhalten können. Wie es danach mit dem betagten Bauwerk am Finkenherd und seinen maroden Toren weitergeht, wird ein Gutachten der Bundesanstalt für Wasserbau ergeben, das derzeit in Arbeit ist. Voraussichtlich ab 1. April wird die Schleuse erst einmal wieder in Funktion sein.

Nähte verschweißt

Zurzeit wird an der Schleuse noch fleißig gearbeitet. Gestern waren Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Hann. Münden dabei, die reparierten Obertore wieder einzubauen. Weil die Tore an den Schweißnähten eingerissen und zum Teil verrostet waren, mussten diese neu geschweißt werden. Zuvor hatten Mitarbeiter einer Spezialfirma unter besonderen Schutzmaßnahmen die Tore von Beschichtungen befreit, die unter anderem Asbest enthielten, erläutert WSA-Leiterin Katrin Urbitsch.

In kürzeren Abständen werde man weiterhin die Schleusentore daraufhin beurteilen, ob sie dem Druck standhalten. „Die Gesamtblechdichte der Tore ist das Problem“, erläutert die Amtsleiterin. Ob die noch von Personal bediente Schleuse trotzdem ein paar weitere Jahre hält, wird das Gutachten zeigen.

Die Personenschifffahrt und die zahlreichen Hobby-Kapitäne atmen mit Blick auf diese Saison freilich erst einmal auf. Dass die Tore kurzfristig repariert worden sind, sei sicher auch dem Gespräch mit Vertretern der Stadt, der Landesregierung und der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte Ende vergangenen Jahres zu verdanken, sagt der Vorsitzende des Yacht-Clubs Kassel, Jan Hörmann. Wie es mit der dringend sanierungsbedürftigen Schleuse langfristig weitergeht, steht jedoch noch in den Sternen. Denn ob das Bundesverkehrsministerium für dieses Projekt Haushaltsmittel bereitstellen will beziehungsweise kann, ist unklar. Zwischen einer und sieben Millionen Euro für den Austausch der Tore oder einen Schleusenneubau sind im Gespräch. „Wir werden weiter für den Erhalt der Schleuse kämpfen“, sagt Katrin Urbitsch.

Gravierende Folgen

Denn auch sie weiß, wenn die Schleuse dichtmachen müsste, hätte dies gravierende Folgen. „Das wäre für uns existenzbedrohend“, sagte Karola Söllner, Chefin des gleichnamigen Fahrgastschiffbetriebs bereits im vergangenen Jahr. Auch Mitbewerberin Anna Elisabeth Rehbein reagierte alarmiert angesichts der Sorge um die Stadtschleuse. Betroffen wären aber auch die Sportschiffer, die allein im Kasseler Stadtgebiet rund 400 feste Liegeplätze nutzen.

Auch wenn es auf der Fulda außer den Fahrgastschiffen keine Berufsschifffahrt gibt, so wird die Schleuse doch gut genutzt. Allein im vergangenen Jahr sollen rund 3000 Schleusungen gezählt worden sein. Je mehr die Schleuse frequentiert wird, umso besser sind die Argumente für ihren Erhalt, appelliert auch Hörmann an alle Wassersportler. Zudem seien die neuen Betriebszeiten am Wochenende eine tolle Dienstleistung, lobt Hörmann.

Von Martina Heise-Thonicke

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