Kein Personal: Kasseler Schleuse schließt ab April viel früher

Kassel. Die Öffnungszeiten der Kasseler Schleuse werden ab 1. April drastisch reduziert. Am Freitag und Samstag schließt sie künftig um 19 Uhr und damit vier Stunden früher als im vergangenen Jahr. Von Sonntag bis Donnerstag ist um 18 Uhr Schluss – eine Stunde früher als bisher.

Das hat jetzt das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Hann. Münden angeordnet.

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Die Ankündigung dieser drastischen Einschränkung löst bei den Wassersportlern in Kassel Verärgerung aus: „Das lassen wir uns nicht bieten. Wir werden gegen die dramatische Verringerung der Schleusenzeiten kämpfen“, sagt Jan Hörmann, Sprecher des Zweckverbandes Kassel Sportschifffahrt (ZKS), in dem über ein Dutzend Vereine und Verbände organisiert sind.

So funktioniert die Kasseler Schleuse

So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das mögliche Ende der Kasseler Schleuse im Jahr 2016 hat für große Aufregung gesorgt. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Die dramatischen Konsequenzen haben viele überrascht - und manch einer mag sich fragen: Wie funktioniert eine Schleuse? Wozu ist sie überhaupt da? © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Eine Schleuse ist dazu da, damit ein für die Schifffahrt aufgestauter Fluss von Booten befahren werden kann. © Koch/HNA
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Ohne Staustufen würde sich die Fulda durch das große Gefälle von der Quelle bis zur Weser in einen ziemlich reißenden Fluss verwandeln. Um den Fluss zu verlangsamen und schiffbar zu machen, wurden Staustufen gebaut. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Die können Schiffe aber nur durch Schleusen passieren, die den Höhenunterschied überwinden. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das funktioniert so: Nehmen wir an, wir fahren mit einem Boot von Kassel nach Hann. Münden. Die Kasseler Schleuse ist mit Wasser gefüllt. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das Tor ist offen, die Ampel vor der Schleusenkammer steht auf Grün - wir dürfen also einfahren. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Ist das Boot in der Schleuse festgemacht, schließt der Schleusenwärter das Tor, durch das wir eingefahren sind. Das Tor am anderen Ende ist zu. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Dann beginnt der Schleusenwärter das Wasser in der Schleuse abzulassen - schließlich müssen wir auf das Wasserniveau kommen, das vor der Schleuse Richtung Hann. Münden herrscht. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Der Schleusenwärter setzt per Knopfdruck also einen Elektromotor in Gang, der sogenannte Schütze oder Schieber öffnet. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das Wasser aus der Schleuse strömt durch Öffnung hinaus, wir schweben sozusagen mit unserem Boot auf dem Wasser in die Tiefe. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Hat das Wasser in der Schleuse das Höhenniveau des Wassers der Fulda Richtung Münden erreicht, öffnet der Schleusenwärter wieder per Knopfdruck das Tor. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Wir können hinaus. In umgekehrter Richtung funktioniert es ähnlich. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Genau 2,80 Meter Höhenunterschied werden so durch die Kasseler Schleuse überwunden. Weiter flussabwärts in Wahnhausen sind es über acht Meter. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Eine Schleusung dauert in Kassel etwa zehn Minuten. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Wie rege die Schleuse benutzt wird, zeigen Zahlen aus dem letzten Jahr: Bei 3378 Schleusungen wurden 5079 Kleinboote gezählt, die die Schleuse passierten. Dazu kamen 800 Fahrten der Ausflugsdampfer. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Freizeitkapitäne müssen dabei immer die Berufsschifffahrt, also die Ausflugsdampfer, vorlassen. © Koch/HNA

Die Befürchtung der Wassersportler: Die aus Sicherheitsgründen geplante Stilllegung der maroden Schleuse im Jahr 2016 solle jetzt schon Stück für Stück vorbereitet werden. Sie vermuten, dass sich der Bund mit der Reduzierung der Öffnungszeiten ein passendes Argument für die völlige Schließung der Schleuse zurechtlege. Je weniger Schleusungen es in Kassel gebe, umso leichter könnte man ihre Stilllegung begründen. Diese Überlegungen weist man im zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt weit von sich. „Der marode Zustand und die neuen Öffnungszeiten haben nichts miteinander zu tun“, sagt WSA-Chefin Katrin Urbitsch. Es fehle einfach Personal, um die Schleuse so lange wie im vergangenen Jahr zu betreiben. Man richte sich vor allem nach der Personenschifffahrt. Wenn diese keinen Bedarf für abendliche Schleusungen habe, mache man die Schleuse eben früher zu, sagt Urbitsch.

Wie berichtet, hätte eine komplette Schließung der Schleuse dramatische Folgen für die Fulda und die dort ansässigen Vereine. Da kein Baggerschiff mehr von Hann. Münden nach Kassel käme, würde der Fluss nach und nach versanden.

Von Frank Thonicke

Video: Kasseler Schleuse an der Fulda: So funktioniert sie

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