Streit mit Museumsverwaltung

Schloss-Café: Minister Rhein schaltet sich ein - Pächter dankbar

Boris Rhein

Kassel. Der juristische Streit zwischen dem Pächter-Ehepaar des Schloss-Cafés und der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) läuft seit Monaten, doch nun will der Minister offenbar schlichten.

Café-Betreiber Mahmoud El Ahl freut sich, dass der zuständige Kunst- und Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Donnerstag nach Kassel reisen will, um in Wilhelmshöhe zu vermitteln. „Ich bin ein friedlicher Mensch und immer für die Kompromissbereitschaft“, sagt der Gastronom, der seit 37 Jahren das Café mit seiner Frau Astrid führt.

Doch bevor der Dienstvorgesetzte der MHK aus Wiesbaden anreist, will Rhein zunächst die Entscheidung des Oberlandesgerichts abwarten. Dort soll bis Dienstag geklärt werden, ob die MHK - wie zunächst für den Notfall angekündigt - die El Ahls ab Oktober zwangsräumen darf. Zudem steht noch eine Entscheidung über die eingelegte Berufung der El Ahls aus. In erster Instanz hatte das Landgericht Kassel entschieden, dass ihr Pachtvertrag bereits Ende 2013 abgelaufen sei.

Aktualisiert um 17.10 Uhr.

Mit Hilfe ihres Anwalts Jürgen Heyner hatten die Pächter aber stets mit einer ursprünglichen Abmachung argumentiert: Nach dieser sollten die El Ahls bis maximal 2018 das Schloss-Café führen, wenn nicht vorher eine Grundsanierung ansteht. Zwar hatte die MHK nun einige Umbauarbeiten angekündigt, es handelt sich aber offensichtlich nicht um die ursprünglich mit drei Mio. Euro bezifferten Arbeiten.

Lesen Sie mehr: 

- Schlosscafé: Pächtern droht nach 37 Jahren die Zwangsräumung

- Streit um das Schloss-Café: Museumslandschaft will langjährigen Pächter loswerden

- Unterschriftenaktion für Erhalt des Schloss-Cafés - MHK-Chef bleibt stumm

Der Konflikt hat aber nicht nur den CDU-Minister auf den Plan gerufen. Auch der Kasseler SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Frankenberger hat sich gestern geäußert. „Es ist beschämend, dass eine staatliche Behörde noch vor einem rechtsgültigen Urteil mit diesem Mobbing in Reinkultur Fakten schaffen will“, sagte Frankenberger. Er spielte damit auf die Fehlinformation von Bergparkbesuchern durch die MHK an. Im Besucherzentrum hatte diesen Gästen gegenüber behauptet, das Café sei bereits geschlossen. Die MHK habe schon einige Fehlentscheidungen zu verantworten, so der SPD-Mann. Er erinnerte in dem Zusammenhang an die Auseinandersetzung um den Penone-Baum und die Anbindung des Bergparks.

Die MHK selbst wollte sich gestern noch nicht zu ihrem Vorgehen äußern. Erst wenn das Oberlandesgericht entschieden habe, werde man eine umfängliche Stellungnahme zum Sachstand, zur Vorgeschichte und zu den Planungen für das Schloss-Café abgeben, so MHK-Sprecherin Natascha Callebaut. (bal)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.