Schlosshotel: Kleine Umbau-Lösung bis zur documenta

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Soll nach dem Umbau wieder zur Spitzenadresse Kassels werden: Diese Impression des künftigen Schlosshotels hatten Investor Jochinger und sein Planer Ohlmeier bei der erten Vorstellung ihrer Pläne veröffentlicht.

Kassel. Bis zur documenta 13 soll das Schlosshotel in Kassel zumindest in Teilbereichen für Gäste so erlebbar sein, wie sich das Haus nach dem geplanten Umbau als erstes Haus Kassels präsentieren will.

Investor Gerhard Jochinger sagte, in seinen Verhandlungen mit dem Land Hessen über das Hotelprojekt in einem möglichen Welterbe-Umfeld sei „nach wie vor noch nicht alles geklärt“.

Vom ursprünglichen Ziel, das Haus bis zur Weltkunstschau 2012 komplett fertig zu haben, hat Jochinger deshalb Abstand genommen. Laut seinem aktuellen Zeitplan dürfte das bis Frühjahr 2014 dauern.

Hier: Alles Wissenswerte über das Schlosshotel im Regiowiki

Jochingers kleine Lösung für die documenta-Saison sieht nun vor, bis nächstes Jahr im Bereich des westlichen, der Stadt zugewandten Gebäudeflügels 20 neue Zimmer anzubauen, die dann bereits dem angestrebten höheren Standard „Vier Sterne Superior“ entsprechen sollen.

Am neuen Fassadenteilstück dort werde man bald auch äußerlich einen Vorgeschmack aufs künftige Schlosshotel bekommen, sagte Jochinger. Doch auch in anderen Bereichen werde das Haus fit für die documenta-Saison gemacht. Zuletzt seien 36 der 101 Zimmer seit dem Frühjahr „voll durchsaniert“ worden. Und die „Relaunch“ im Bereich der früheren Spielbank, derzeit als Veranstaltungsraum genutzt, soll sich laut Jochinger wie vor vier Jahren als trendiger Treff fürs Kunstpublikum hoch über der Stadt etablieren.

Der Investor will das 1953 bis ’55 von Paul Bode errichtete Hotel nach Plänen des Kasseler Büros Ohlmeier Architekten so umgestalten, dass es anschließend wie ein Neubau wirkt. Dafür hat Jochinger im Juni nun den Bauantrag bei der Stadt eingereicht.

„Wir werden jetzt klären, dass das so schnell wie möglich genehmigt werden kann“, sagte Heinz Spangenberg, Leiter des Kasseler Planungsamts. Dazu gebe es noch Abstimmungsbedarf seitens der Stadt mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Jochinger selbst müsse noch Details zum Brandschutzkonzept liefern.

Erste Entwürfe zur Außenansicht des neuen Schlosshotels waren bei ihrer Vorstellung auf ein geteiltes öffentliches Echo gestoßen. Kritisiert wurde unter anderem, dass von Bodes ursprünglichem Entwurf gar nichts mehr übrig bleibe.

Die am Planungsverfahren beteiligten Stellen seien indessen „alle sehr zufrieden damit, was dort gebaut werden soll“, sagte Planungsamtsleiter Spangenberg. Die Stadt wie auch die Welterbe-Kommission und beteiligte Landesbehörden hätten unter mehreren Varianten einhellig Ohlmeiers Entwurf favorisiert.

Verhandlungen mit dem Land laufen noch

Auch das Hessische Finanzministerium verweist darauf, dass zum Thema Schlosshotel noch Vertragsgespräche laufen. Unter anderem gehe es um die Modalitäten eines Erbpachtvertrages, denn das 15.000 Quadratmeter große Areal im Bergpark ist Landeseigentum.

Auch über Außenanlagen und das Autostellplatzkonzept werde noch verhandelt, sagte Ministeriumssprecher Stefan Löwer. Aus Sicht des Landes sei dabei die Verträglichkeit mit der Welterbe-Konzeption wichtig.

In diesem Zusammenhang beanspruche der Investor landeseigene Flächen außerhalb des Erbbaugrundstücks. Löwer: „Hierüber wurde bisher noch keine Einigung erzielt.“ (asz)

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