Traditionshaus bekommt Luxus-Penthouse

Schlosshotel am Bergpark wird Ende Mai fertig

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So wird das Hotel aussehen, wenn Bauzäune und- maschinen weg sind: Die alten Eternit-Balkonverkleidungen wurden durch Glaselemente ersetzt, auf dem aufgestockten Gebäudeflügel rechts ist die Penthouse-Suite zu erkennen. 2

Kassel. Die lange Umbauzeit des Schlosshotels nähert sich dem Abschluss: Ende Mai soll das Traditionshaus am Bergpark modernisiert und erweitert sein, kündigt Eigentümer Gerhard Jochinger an. Im Juli solle es während eines Publikumsfests Gelegenheit für alle Kasseler geben, sich im neuen Schlosshotel umzusehen.

Hinter einem bunten Bauzaun wird derzeit vor allem an der straßenseitigen Südfassade gearbeitet. Dort sind die letzten alten Eternit-Balkonverkleidungen verschwunden und wurden durch Glaselemente ersetzt. Zur Straße hin gewachsen ist der Restaurantbereich, der laut Jochinger künftig 300 statt 180 Plätze haben und multifunktional teilbar sein wird. Das Geschäft mit Privatfeiern und Firmenveranstaltungen habe sich glänzend entwickelt, man brauche Flexibilität, um verschiedene Gesellschaften parallel bedienen zu können. Abseits solcher Veranstaltungen werden Restaurantgäste im Haus künftig in einem separaten A-la-carte-Restaurant mit 26 Plätzen bewirtet.

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Die 500 Quadratmeter große Baustellenfläche mitten im Haus ist momentan hinter Leichtbauwänden verborgen, das Hotelrestaurant vorübergehend in den Konferenz- und Feierbereich „Relaunch“ umgezogen. Im aufgestockten Flügel darüber entstehen gerade die nobelsten Wohnmöglichkeiten des Hauses, das seit November mit viereinhalb Sternen bewertet ist: Von einer rundum verglasten Penthouse-Suite öffnet sich ein atemberaubendes Panorama über Herkules, Löwenburg und die gesamte Stadt. 125 Zimmer und fünf Suiten wird das neue Schlosshotel haben – vor Beginn des fünfjährigen Komplettumbaus waren es 101 Zimmer, die inzwischen alle modernisiert worden sind.

Mehr zum Schlosshotel lesen Sie im Regiowiki.

Seit Jochinger das Hotel im Jahr 2008 vom Land Hessen übernahm, hat der Projektentwickler nach eigenen Angaben um die zwölf Millionen Euro investiert. Der jüngste große Bauabschnitt war eine spektakuläre Wellnesslandschaft mit Stadtpanorama-Sauna und neuesten Spa-Attraktionen, die im Sommer 2013 fertig geworden ist.

Computersimulation der künftigen Restaurantfläche: Sie soll 300 statt bisher 180 Plätze bieten und flexibel in mehrere Teilflächen abtrennbar sein.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht habe sich der Aufwand gelohnt, sagte Jochinger: An Wochenenden, wenn die Geschäftskunden abreisen, kämen seither so viele Wellnessgäste, dass sich die Wochenend-Auslastung des Hauses auf 70 bis 80 Prozent verdoppelt habe. Die Ernennung des Bergparks zum Weltkulturerbe habe einen Anteil an dieser Entwicklung, „aber nur minimal“, wie Jochinger sagte: „Wir holen uns unsere Gäste selbst auf dem in- und ausländischen Markt“. Dafür habe das Schlosshotel parallel zum Umbau seine Marketingaktivitäten massiv ausgeweitet.

Auch unter der Woche liege die Auslastung auf dem Niveau besucherstarker Metropolen. Seit das in die Jahre gekommene Traditionshaus aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wurde, steigen laut Jochinger die Übernachtungszahlen Jahr für Jahr zweistellig. So seien im Vorjahr 34 Prozent mehr Gäste gekommen als im documenta-Jahr 2012.

Von Axel Schwarz

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