27-jähriger Angeklagter holt sich neue Verteidigerin zur Seite

Schneeballschlacht geht weiter

Kassel. Der Prozess um das blutige Ende einer Kasseler Schneeballschlacht wird voraussichtlich erst im Herbst zu Ende gehen. Richter Matthias Grund beraumte am Dienstag fünf weitere Termine an - bis zum 4. Oktober.

In dem Verfahren angeklagt ist ein 27-jähriger Gastwirt aus Kassel. Er soll nach einer Schneeballschlacht am 16. Dezember 2010 zwei Männer, deren Auto von einem Ball getroffen worden war, mit einem Messer verletzt haben. Ein damals 34-Jähriger soll einen Stich in den Bauch, ein damals 35-Jähriger einen Stich in den Oberschenkel erlitten haben.

Die beiden Geschädigten sind als Nebenkläger am Verfahren beteiligt. Ihr Anwalt, Bernd Schubert, stellte für sie gestern Anträge auf Zahlung von Schmerzensgeld. Er regte Zahlungen von 5000 Euro und 2000 Euro an.

In der vergangenen Woche hatte es noch so ausgesehen, als könne der Prozess jetzt zu Ende gehen. Eine Verständigung war angepeilt worden. Das Angebot aber überzeugte den Angeklagten offensichtlich nicht. Er suchte sich eine neue Verteidigerin in Berlin, die nun prompt einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens an das Amtsgericht faxte.

Den lehnte Richter Grund ab. Die neuen Termine sollen der Anwältin aber die Chance geben, sich ins Verfahren einzuarbeiten. Dem 27-Jährigen steht außerdem ein früherer Wahlverteidiger als Pflichtverteidiger zur Seite. Dessen Antrag, ihn von der Verteidigung zu entbinden, lehnte Grund ebenfalls ab. Er erinnerte dabei an die hohen Hürden für einen solchen Schritt, die verhindern sollen, dass ein Angeklagter einen Prozess platzen lassen kann. (kaj)

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