Schnell in Sicherheit

Feuerwehrmann entwickelt Flucht- und Rettungswegesteuerung

Erfindung: Matthias Lengemann (links) lässt sich während der Projektmesse an der Oskar-von-Miller-Schule von Kai Knierim dessen Entwicklung erklären. Foto: Hein

Für sein Projekt „Follow me for your safety and your life“, die Entwicklung einer Flucht- und Rettungswegesteuerung auf modernstem technischen Niveau, ist Kai Knierim Feuer und Flamme.

Er erklärt seine Erfindung so überzeugend, dass man nicht anders kann, als begeistert zu sein und sich fragt: Warum gibt es sowas eigentlich noch nicht?: Eine Steuerung, die einerseits im Gefahrenfall in einem Gebäude dynamisch die richtigen Fluchtwege anzeigt. Und im zweiten Schritt über das Digitalfunknetz der Feuerwehr sämtliche relevanten Infos aufs Tablet sendet und vernetzt.

Von der Angabe des Brandherds im Gebäude verbunden mit einem Grundriss bis hin zu einem Luftbild, das sofort für eine Orientierung sorgt und Anfahrts- und Parkmöglichkeiten aufzeigt, haben die Retter alle Informationen auf einem Blick auf dem Bildschirm. Auch der Hausmeister wird in diesem System sofort informiert. Außerdem kann die Feuerwehr extern die Gebäudebeleuchtung steuern.

Knierims Erfindung zugrunde liegt die Idee: „Wie kann ich Menschen am sichersten vom Brandherd wegleiten und wie gleichzeitig die Feuerwehr informieren?“, sagt 35-jährige, der seit 2007 Wehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsanger ist und seit kurzem das Amt des stellvertretenden Stadtbrandinspektors der Kasseler Feuerwehr einnimmt.

Bei dem Projekt handelt es sich um die Abschlussarbeit und damit Krönung seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker, die einem Bachelor-Abschluss entspricht. Absolviert hat sie der Elektroinstallateur an der Oskar-von-Miller-Schule während der vergangenen vier Jahre neben seiner Berufstätigkeit als Poolleiter der Haushandwerker beim Hessischen Immobilienmanagement. Die Präsentation vor 300 Gästen der Projektmesse an der Schule war jetzt der Höhepunkt seiner Entwicklung, in die er 210 Stunden praktische Arbeit, 175 Stunden für die Dokumentation und 56 Stunden für den Patentantrag gesteckt hat. Um das Ganze zu finanzieren – bis jetzt mit 7500 Euro – hat Knierim seinen Bausparvertrag geopfert. Denn der angehende Techniker ist überzeugt: Seine Rettungswegesteuerung kann Leben retten und der Feuerwehr das Arbeiten erleichtern.

Die Idee war ihm auf einer Fahrt mit dem ICE gekommen, als dieser in einem Tunnel stehen blieb und die Fahrgäste für einige Zeit im Dunkeln saßen. Vor dem Hintergrund von Unglücken in Tunnels und der damit oft verbundenen Orientierungslosigkeit der Menschen, fragte sich Knierim damals: Wie kommt man hier raus? Wo ist der nächste sichere Ausgang? „Da unsere Gebäude immer komplexer und unübersichtlicher werden, gewinnt diese Frage zunehmend an Bedeutung“, sagt der Experte in doppelter Hinsicht, als Haustechniker und Feuerwehrmann. Sein Patentanwalt sei der Meinung, so Knierim: „Das Projekt ist vielversprechend.“

Mehr Informationen: www.sicherster-rettungsweg.de

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