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„Schneller als mit Eis“: Märchenrutsche auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt im Test

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Spaß für Väter und Kinder, auch ohne Eis: (von links) Bastian Ludwig mit seinem Sohn Samuel sowie Emma mit ihrem Vater Florian Pohlmann.
Spaß für Väter und Kinder, auch ohne Eis: (von links) Bastian Ludwig mit seinem Sohn Samuel sowie Emma mit ihrem Vater Florian Pohlmann. © Dieter Schachtschneider

Aus der Eisrutsche des Kasseler Weihnachtsmarkts ist die Märchenrutsche geworden – wegen der Energiekrise. Sie funktioniert auch ohne Eis.

Kassel – „Ich war die Erste im Ziel“, ruft die sechsjährige Emma, als sie am Donnerstagmittag (17. November) die Märchenrutsche auf der Treppenstraße in Kassel auf einem Kunststoffbrett heruntergerutscht ist. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Emma gehört zu den Kindern, die die Rutsche, die dieses Jahr wegen der Energiekrise ohne Eis betrieben wird, für die HNA schon mal vor dem Start des Kasseler Weihnachtsmarktes getestet haben.

Nicht nur Emma und ihr Freund Samuel (6) sind von der Rutschpartie begeistert. Auch Schausteller Sebastian Ruppert, dem die Rutsche gehört, ist die Erleichterung anzusehen. Seine 70 Meter lange Rutsche funktioniert auch ohne Eis. Statt Eis hat er Tubingmatten, die man von Sommerrodelbahnen kennt, auf den Untergrund der Rutsche aufgebracht. Als Schlitten dienen Kunststoffplatten. Da die Matten erst am Mittwoch eingetroffen sind, wusste Ruppert vorher nicht, ob das auch alles so funktioniert, wie er sich das gedacht hat. „Ich bin mit 15.000 Euro in Vorkasse gegangen“, sagt der Schausteller. „Jetzt kann ich wieder gut schlafen. Eine Sorge weniger.“

Weihnachtsmarkt in Kassel: Die Alternative aus Kunststoff sei „schneller als erwartet“

„Mir kam es schneller als mit dem Eis vor“, sagt Florian Pohlmann, der Vater von Emma. Vor Corona war er zum letzten Mal auf der Eisrutsche. Die Alternative aus Kunststoff sei „schneller als erwartet“.

Auch HNA-Redakteur Bastian Ludwig haben die Kunststoffmatten überzeugt. „Da hat man keine Einbußen.“ Zudem sei es nicht so kalt beim Runterrutschen wie auf Eis. Darüber hinaus sei die Rutsche jetzt nicht mehr so wetterabhängig wie früher.

Das kann Ruppert nur bestätigen: Als er 2018 die Eisrutsche zum ersten Mal aufgebaut hatte, machte ihm der Regen oft einen Strich durch die Rechnung. Durch die Feuchtigkeit wurden die Rutschbahnen mitunter viel zu schnell, manchmal wurde das Eis aber auch viel zu stumpf, und die Rutscher kamen gar nicht mehr vorwärts. Deshalb schaffte er 2019 ein Dach für die Rutsche an, um das Eis zu schützen. Auf das Dach verzichtet er in diesem Jahr. „Vielleicht hat die Energiekrise doch noch etwas Gutes“, sagt Ruppert. Eine Geschwindigkeit bis zu 40 km/h könne man auf der Rutsche erreichen. Das hänge natürlich auch vom Gewicht der Personen ab.

Kasseler Weihnachtsmarkt

Der Kasseler Weihnachtsmarkt wird am Montag (21. November) eröffnet. Ein Ticket für die Rutsche kostet drei Euro, vier Tickets zehn Euro.

Weihnachtsmarkt in Kassel: „Man muss sich so weit wie möglich nach hinten auf das Brett legen“

Ganz so schnell ist Samuel nicht, aber schnell genug. „Mannomann“, ruft der Sechsjährige, als er bereits das dritte oder vierte Mal die Rutsche getestet hat. Dieses Mal kommt er vor seiner Freundin Emma unten an. „Ich bin ganz nach vorne gerutscht“, sagt er nicht ohne Stolz.

Oskar (6) erzählt, dass es „kribbelig im Bauch“ war, als er so schnell gerutscht ist. Es sei aber ein schönes Kribbeln gewesen. Sein Bruder Anton (8) hat auch einen Tipp, wie man möglichst schnell die Treppenstraße runterkommt. „Man muss sich so weit wie möglich nach hinten auf das Brett legen.“ (use)

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