Rot-Kreuz-Krankenhaus eröffnet Zentrum für Patienten mit Bauchbeschwerden

Gemeinsame Visite: Rudolf Hesterberg (v. l.), Jutta Goepfert (Oberärztin), Michael Höpfner (Leitender Oberarzt) und Christian Löser am Bett einer Patientin mit unklaren Bauchbeschwerden.   Foto: rkh/nh

Kassel. Mal ist es der Blinddarm, mal macht die Gallenblase oder die Bauchspeicheldrüse Beschwerden. Für Patienten, die mit zunächst unklaren Bauchbeschwerden oder auch chronischen Darmentzündungen in das Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhaus kommen, wurde in dieser Woche eine neue Station eingerichtet.

Das Besondere daran: In diesem Zentrum für Viszeralmedizin (Bauchmedizin) werden die Patienten mit Erkrankungen des Verdauungstraktes von Internisten und Chirurgen gemeinsam behandelt.

Die Vorteile eines solchen interdisziplinären Zentrums liegen für die verantwortlichen Chefärzte Prof. Dr. Christian Löser (Internist) und Prof. Dr. Rudolf Hesterberg (Chirurg) auf der Hand: Die Diagnostik gehe schneller, und frühzeitige Absprachen ermöglichten kürzere Entscheidungswege, um eine individuelle und bestmögliche Therapie festzulegen. Zudem müsse der Patient nicht mehr innerhalb des Krankenhauses verlegt werden.

Mehr zum Rot-Kreuz-Krankenhaus finden Sie im RegioWiki.

Zunächst einmal sind zehn Betten für die neue Station vorgesehen, die demnächst in großzügige, helle und moderne Räume im Neubau umziehen wird. Direkt und räumlich angebunden sind die Medizinische Klinik und die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Löser: „Der Patient weiß, er wird grundsätzlich gleich von beiden Fakultäten angesehen.“ Bei der morgendlichen Patientenvisite sind deshalb stets ein internistischer und ein chirurgischer Oberarzt anwesend.

Mehr Sicherheit für Patienten

Auch regelmäßige und kurzfristig anberaumte Konferenzen und Fachbesprechungen gehören zum Konzept. „Diese Systematisierung bringt einen Zeitvorsprung und mehr Sicherheit für den Patienten“, betont Hesterberg. Denn bei unklaren Bauchbeschwerden könnten wenige Stunden, manchmal auch Minuten entscheidend sein.

Das Zentrum ist unter anderem für Patienten gedacht, die mit akuten Bauchbeschwerden über die Zentrale Notaufnahme in das Krankenhaus an der Hansteinstraße kommen. Zum Beispiel bei Gallenwegsentzündungen, akuter Darm-, Bauchspeicheldrüsen- oder Bauchfellentzündung. Behandelt werden hier auch Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung, Tumor- oder Lebererkrankungen.

Auch bei der Behandlung geht es oft um die Frage, ob konservativ (vor allem mit Medikamenten) behandelt wird oder ob der Patient operiert werden muss. Das sei in etwa einem Drittel der Fälle angezeigt, erläutert Hesterberg.

„Die moderne Medizin fordert uns auf, Grenzen zu überwinden“, betont Löser. Am Rot-Kreuz-Krankenhaus könne man dabei auf eine traditionell gute Zusammenarbeit von Internisten und Chirurgen aufbauen. Das sei noch nicht selbstverständlich.

Von Martina Heise-Thonicke

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