Hessen: Zwei Mal wöchentlich Corona-Tests für Schüler und Lehrer möglich

Schnelltest-Kits für alle Kasseler Schulen

Corona-Schnelltest: Hier prüft Schüler Alan Czechmann von der Kasseler Valentin-Traudt-Schule, angeleitet von Lehrer Christof Fleck, seinen Nasenabstrich.
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Corona-Schnelltest: Die Valentin-Traudt-Schule, die am entsprechenden Pilotprojekt teilgenommen hat, zeigt, wie es geht. Hier prüft Schüler Alan Czechmann, angeleitet von Lehrer Christof Fleck, seinen Nasenabstrich.

Kassel. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll es in allen hessischen Schulen bald möglich sein, dass Lehrer und Schüler Selbsttests machen können. Die Test-Kits werden in dieser Woche verteilt.

Regelmäßige und flächendeckende Corona-Schnelltests an Schulen für Schüler und Lehrer – eine Forderung, die jetzt in Form eines Brandbriefs von mehreren Schulen an das Kultusministerium gegangen ist – können nach den Osterferien stattfinden. Das bestätigte gegenüber der HNA die Leiterin des Staatlichen Schulamts für die Stadt und den Landkreis Kassel, Annette Knieling.

In dieser Woche werden die Test-Kits für Schüler und Lehrer für je zwei wöchentliche Testungen an die Schulen in der Stadt und im Landkreis verteilt. Denjenigen Schulen, an denen zurzeit die Ferien-Camps stattfinden, stehen die Tests bereits zur Verfügung. „Alle sind bis Ende April ausreichend versorgt.“

Wie die Tests in der Praxis durchgeführt werden, könnten die Schulen selbst entscheiden. Ob beispielsweise ein zentrales Testzentrum eingerichtet wird, oder ob in den Klassenräumen getestet wird.

Es gebe keinen Zwang zum Testen. „Aber wir machen die Vorgabe: Der Test muss angeboten werden.“ Unabhängig davon sei das Tragen von Masken in den Schulen und das Einhalten der Hygieneregeln weiter vorgeschrieben.

Die zurückliegende Pilotphase für die Schnelltests, die in der Valentin-Traudt-Schule als einzige Kasseler Schule sowie in 20 weiteren Schulen in Hessen stattfand (HNA berichtete), sei sehr gut verlaufen, so Annette Knieling.

Die Kinder – selbst die jüngeren – hätten mit der Handhabe der Tests keine größeren Probleme gehabt. Bei einem positiven Ergebnis seien sofort die Eltern informiert und die Kinder in Quarantäne geschickt worden. Das sei jeweils ohne Aufregung oder Vorkommnisse geschehen. Auch von möglichem Mobbing, was einige befürchteten, sei Knieling nichts bekannt. Das Pilotprojekt werde dokumentiert und dem Ministerium übermittelt.

In der VTS verlief das Pilotprojekt so, dass sich die Lehrer vor Schulbeginn zu Hause getestet haben, dann die Tests für die Schüler im Sekretariat abholten, sich anschließend zur ersten Stunde in die Klassenräume begaben, wo die Schüler, angeleitet von den Lehrern, die Tests mittels eines Nasenabstrichs selbst vornahmen.

Kritik an Freiwilligkeit

Der Verband der Lehrer Hessen (VDL Hessen) begrüßt grundsätzlich, dass Schüler künftig zweimal pro Woche Selbsttests durchführen sollen. Jedoch dürften diese nicht auf Freiwilligkeit beruhen. Tina Horneff, die stellvertretende Landesvorsitzende des VDL Hessen, sagt: „Dies führt dazu, dass sich Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge H9, R10 und Q4 mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gar nicht testen lassen werden, um ihre Prüfungen nicht zu gefährden.“

Es gebe an den Schulen eine „nicht zu unterschätzende Anzahl an Leugnern und Unterschätzern, was Corona betrifft. Diese Personengruppen werden die Teststrategie nicht unterstützen, aber weiterhin Infektionen in die Schulen tragen. Dass sie dennoch ein Anrecht auf Präsenzunterricht haben sollen, ist unverantwortlich.“ Der VDL fordert Kultusminister Alexander Lorz auf, die Planungen „noch einmal zu überdenken. Die Testung muss für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend sein und im häuslichen Umfeld stattfinden, damit positiv getestete Kinder überhaupt nicht erst in die Schulen kommen“, so Horneff. Dies reduziere die Gefahr vor Ort in den Schulen, ermögliche mehr Unterrichtszeit und sei für alle Beteiligten am sichersten. Auch der Elternbund Hessen appelliert „an die Fürsorge und Verantwortung der Landesregierung“, die geplanten Antigen-Schnelltests zur Feststellung einer Covid-19-Infektion verpflichtend für die Teilnahme am Präsenzunterricht zu machen.

Impfungen

Zur weiteren im „Brandbrief“ an den Kultusminister formulierten Forderung, den Impfungen für Lehrer, sagt Annette Knieling: „Die Lehrerinnen und Lehrer an Grund- und Förderschulen in Kassel, die das wollten, sind ja bereits durchgeimpft.“ Die Stadt Kassel hatte in den zurückliegenden Wochen das gesamte Personal an diesen Schulen, vom Lehrerkollegium über den Hausmeister bis zum Sekretariat, zu den Impfungen ins Impfzentrum am Auestadion eingeladen. Im Landkreis sei bereits ebenfalls „eine Vielzahl“ an Grund- und Förderschullehrern geimpft.

Jetzt, so Annette Knieling, könnten sich zudem die Lehrer an weiterführenden Schulen zum Impfen – auch in den Arztpraxen – anmelden. Ob sie jedoch alle noch Impftermine bis zum Ende der Osterferien erhielten, könne sie nicht voraussagen. Christina Hein

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