Jetzt noch gegen Grippe impfen lassen

Schniefen beginnt: Derzeit viele grippale Infekte

Kassel. Mit dem Winter kommt nicht nur die Kälte-, sondern auch die Grippewelle. Dr. Stefan Pollmächer, Allgemeinmediziner aus Kassel, erwartet die erste große Grippewelle dieser Saison Ende November. Derzeit handele es sich bei vielen Erkrankungen höchstwahrscheinlich noch um grippale Infekte.

"Die Viren der einfachen Erkältung verändern sich jedes Jahr genau so, wie die der Grippe. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich auch der Krankheitsverlauf verändert", sagt Pollmächer. Derzeit unterscheiden sich die auftretenden Symptome der einfachen Erkältung weder in Stärke, noch in der Dauer von den Symptomen im Vorjahr.

Außergewöhnlich schwer war die Grippe im vergangenen Jahr: Geschätzte 7,7 Millionen grippebedingte Arztbesuche mit 3,4 Millionen attestierten Viruserkrankten - ein Rekord, wie die Leiterin des Gesundheitsamtes Kassel, Dr. Karin Müller, erklärt. Ein Negativ-Rekord hatte es hauptsächlich durch die starke und anhaltende Verbreitung gegeben. Die Grippekarte der Arbeitsgemeinschaft Influenza einsehbar unter: www.influenza.rki.de, verzeichnet aktuell noch keine akute Verbreitung.

Der Zeitraum sei noch günstig, um die Grippeschutzimpfung zu verabreichen. Der Saisonimpfstoff setzt sich aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden drei Influenza- Virenstämmen zusammen.

Grippeviren (Influenza Typ A) sind im Unterschied zur einfachen Erkältung (grippaler Infekt) meist mit Komplikationen verbunden. Schlagartig auftretendes Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und Herz-Kreislauf-Probleme sind eindeutige Symptome. "Wenn der Krankheitsverlauf stark und schnell einsetzte, deutet das auf die Grippe hin", so Pollmächer.

Die Grippe zu unterschätzen, kann schwerwiegende Folgen haben. Nicht selten kommt es zu irreparablen Folgeschäden. Darunter Schlaganfälle, Hirn- und Lungenentzündungen. Nach Angaben des Referenzzentrums für Influenza-Überwachung in Hannover sterben in Deutschland bei einer Grippe-Welle jährlich 5000 bis 20.000 Menschen an Influenza- Komplikationen.

Die allgemeine Impfempfehlung gilt für Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie medizinisches Personal.

Übertragen werden die Viren durch Händedruck, über Gegenstände und Oberflächen. Der beste Schutz: häufiges Händewaschen. Zudem empfiehlt Pollmächer, sich vitaminreich zu ernähren. Besonders effektiv sei, sich täglich 15 Minuten an der frischen Luft zu bewegen. "Wenige Medikamente haben einen so positiven Effekt auf die Gesundheit wie Bewegung." Ein starkes Immunsystem biete den besten Schutz. (sur)

Video: Grippe - Impfen oder nicht?

Rubriklistenbild: © dpa

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