Schock bei der Arbeit: Stadtreiniger finden Schlange im Papierkorb

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Meterlanger Mülltonnen-Gast: Reptilienhändler Frank Hose und Stadtreiniger Frank Woermann mit der gefundenen Kornnatter.

Kassel. Schreck bei der Arbeit für die Müllabfuhr: Als Stadtreinigerin Nadine Huy am frühen Donnerstag einen Papierkorb am Wehlheider Platz leerte, traute sie ihren Augen kaum: In einem weggeworfenen Pappbehälter hatte sich eine Schlange zusammengeringelt.

Das orange getigerte, mehr als einen Meter lange Reptil züngelte der Entsorgungsfrau entgegen.

„Die Kollegin hat natürlich einen Todesschrecken gekriegt“, erzählt Kraftfahrer Frank Woermann, der mit seiner Kehrmaschine in der Nähe im Säuberungseinsatz war. Zum Glück für die Finderin und auch für die Schlange kennt sich Stadtreiniger Woermann mit Reptilien aus.

Er eilte den Kollegen zu Hilfe und erkannte mit sicherem Blick, dass es sich nicht um ein giftiges Exemplar handelte. Daher zögerte Woermann nicht lange, griff in den Müllsack unter dem Papierkorb und fischte das Kriechtier heraus.

Woermann wusste auch, wo sich die Finder Rat holen konnten: bei Frank Hose vom Zoohaus Süd, das auf Reptilien spezialisiert ist. Der Experte bestimmte die Schlange als eine Kornnatter, die in Nordamerika weit verbreitet und für Menschen völlig ungefährlich ist. In freier Wildbahn ernährt sie sich von Mäusen, anderen Kleinnagern und Vögeln.

„Die ist zu 99 Prozent irgendwo abgehauen“, sagte Hose, als ihm das Fundtier am Donnerstagmittag vorgestellt wurde. Beim derzeitigen Wetter seien solche Schlangen sehr aktiv: „Wenn sie Mäuse finden, können sie auch bei uns längere Zeit im Freien überleben.“ Die Schlange vom Wehlheider Platz sei kräftig und in gutem Zustand, taxierte der Kleintierhändler.

Auch Hose selbst verkauft Kornnattern in seinem Laden. Sie seien frei handelbar und nicht artengeschützt: „Im anderen Fall hätten wir den Fund nun beim Regierungspräsidium melden müssen.“

Weil Hose befürchtet, dass sich seine eigenen Kornnattern in ihrem Terrarium nicht mit einem viel größeren Neuling vertragen könnten, hat Reptilienfreund Woermann das Fundtier nun einstweilen adoptiert. Zwei Frösche hat er derzeit zu Hause, aber auch Schlangen habe er früher schon gehalten, erzählt der Mann in Orange. Farblich wird der Stadtreiniger auf jeden Fall mit seinem neuen Mitbewohner harmonieren.

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