Tatverdächtiger soll Geld bei Opfern geholt haben

Schockanrufe: 18-Jähriger gefasst

Kassel / Kaufungen. Ermittlungserfolg der Kasseler Kripo in einer Serie von Schockanrufen im Raum Kassel: In Zusammenarbeit mit Beamten aus Norddeutschland ist jetzt in Wilhelmshaven ein 18-Jähriger gefasst worden, der als Geldabholer fungierte.

In der Vernehmung gestand der Litauer, an einem russischen Schockanruf bei einer 78-Jährigen aus Kaufungen Ende Mai beteiligt gewesen zu sein, berichtet Polizeisprecher Marco Abersfelder. Die arglose Dame hatte dem angeblichen Boten 1000 Euro ausgehändigt - und erst später gemerkt, dass sie auf Betrüger hereingefallen war. Am selben Tag hatten sich vier weitere Schockanrufe in Kaufungen und Kassel ereignet, die laut Polizei ebenfalls auf das Konto der Bande gehen dürfen.

Der 18-Jährige räumte zwei weitere Taten in Cuxhaven und Wilhelmshaven ein, die aber gescheitert waren, weil die Angerufenen über die Betrugsmasche aus Medienberichten informiert waren.

Bei Schockanrufen versuchen die Täter, ihren meist russischstämmigen Opfern vorzutäuschen, dass sich ein naher Verwandter in einer Notlage befinde und dringend Geld benötige. Dann wird ein Übergabetermin vereinbart, zu dem ein Geldabholer erscheint.

Die Kasseler Kripo hatte in ihren Ermittlungen herausgefunden, dass der Mann, der die 78-Jährige aus Kaufungen um ihr Geld erleichtert hatte, mittlerweile in Norddeutschland sein Unwesen trieb. Die Spur führte schließlich nach Wilhelmshaven, wo am vergangenen Donnerstag bei einer alten Dame 4000 Euro abgeholt werden sollten. Das Opfer schöpfte aber noch rechtzeitig Verdacht und rief die Polizei. Die Kripokollegen aus Wilhelmshaven knöpften sich dann den 18-Jährigen vor, als er das Geld abholen wollte. Der Litauer sitzt jetzt in U-Haft in Oldenburg. (rud)

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