Stadt stellt 400 000 Euro für schönere Fassaden bereit – Renovierungszuschüsse für Hauseigentümer

Schönheitskur fürs Wesertor

Bald neue Fassade: Eigentümer Elmar Kriesten (vorne rechts) bekam einen Zuschuss und ein Schild für sein Haus, das die Förderung belegt. Hinter ihm (von links) Quartiersarchitekt Claus Wienke, Baudezernet Dr. Jürgen Barthel, Stadtteilmanagerin Sandra Lüning, Denkmalschützerin Brigitte Warlich-Schenk und Stadtplanerin Eva-Maria Rupp. Foto: Ludwig

Kassel. Elmar Kriesten war der Schnellste: Er ist der erste Hauseigentümer, der von den insgesamt 400 000 Euro profitiert, die die Stadt für Sanierungen von Fassaden und Hofflächen im Wesertor zur Verfügung stellt. Mit dem Programm, das zur Hälfte mit Geld aus einem EU-Fonds ausgestattet ist, soll der Stadtteil optisch aufgewertet werden.

Als Kriesten das markante Haus an der Schützenstraße im Juni gekauft hat, hielten ihn einige seiner Freunde für verrückt. „Sie glaubten, dass der Renovierungsbedarf an dem Gebäude zu hoch sei und ich nur schwer Mieter finden würde“, sagt der Kasseler Architekt. Wenige Monate später hat die Renovierung begonnen und alle neun Wohnungen sind – Dank des Studentenzustroms – vermietet. Nur die Gewerberäume im Erdgeschoss des Hauses aus dem Jahr 1900 stehen noch leer.

14 500 Euro Zuschuss

14 500 Euro erhält Kriesten aus dem Förderprogramm für die Arbeiten an der Fassade. „Ohne die Unterstützung hätte ich mir das nicht leisten können“, sagt der Mann, der insgesamt 100 000 Euro in die Sanierung des Objekts steckt. So lässt er derzeit etwa auch neue Fenster auf der Rückseite des Hauses einbauen, die allerdings nicht über das Programm finanzierbar sind.

Bis Ende 2013 können sich Eigentümer von Häusern im Wesertor um die Zuschüsse für Renovierungen bewerben. Vermutlich ist das Geld aber bereits vorher aufgebraucht. Bereits jetzt gebe es 15 Bewerber um die Förderung, sagt Quartiersarchitekt Claus Wienke. Gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement, der Denkmalpflege und dem Stadtplanungsamt entscheidet er darüber, welche Projekte bezuschusst werden. Dabei liegt das Augenmerk auf der sichtbaren Aufwertung des Quartiers.

„Zur Beseitigung von Bauschäden ist das Förderprogramm nicht gedacht“, sagt Wienke. Jeder Antragsteller, der einen positiven Bescheid bekomme, könne mit Zuschüssen um die 10 000 Euro rechnen.

Über das Angebot und dessen Details seien die Eigentümer bei einem Forum im Juni informiert worden.

Elmar Kriesten glaubt, dass sich mit dem Programm etwas bewegen wird im Wesertor.

Wohnlage attraktiver

Rund um sein Haus an der Schützenstraße, das lange als Schandfleck gegolten hat, tut sich bereits jetzt jede Menge. Durch die derzeit laufende Umgestaltung des Naherholungsgebietes Fuldaufer-Bleichwiesen entwickelt sich die Ecke zu einer wesentlich attraktiveren Wohnlage. HINTERGRUND

Von Bastian Ludwig

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