Stadt: Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt

Schon Risse auf der neuen Hafenbrücke

Von Rissen durchzogen: Auf dem Geh- und Radweg der Hafenbrücke sind ein Jahr nach der Fertigstellung Schäden sichtbar. Foto: Herzog

Kassel. Vor nicht einmal einem Jahr wurde die neue Hafenbrücke nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Auf dem Geh- und Radweg sieht das 15-Millionen-Bauwerk aber schon ziemlich alt aus: Auf beiden Seiten der Brücke sind etliche Risse im Beton zu erkennen.

Solche Risse in der sogenannten Kappe, einem Bauteil aus Stahlbeton, seien bereits in der Bauphase aufgetreten, sagt Binasa Bidzan-Cornelius, Bauingenieurin vom städtischen Straßenverkehrs- und Tiefbauamt. Das sei bei Brückenkappen nichts Ungewöhnliches. Die Fugen seien bereits von der Baufirma verfüllt worden. Der Stadt seien dadurch keine Kosten entstanden.

Auf die Standfestigkeit und Verkehrssicherheit wirkten sich die Risse nicht aus, betont die Bauingenieurin. Die Kappe sei kein tragendes Bauteil, sondern eine zusätzlich aufgebrachte Stahlbetonschicht.

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Die Kappen seien mit 18 Zentimetern Höhe sehr schmal, erklärt Bidzan-Cornelius. Daher könnten auch leicht Risse auftreten. Wenn der Beton nach dem Aufbringen hart werde, ziehe er sich zusammen. Es sei normal, dass dabei feine Risse entstünden. Auch auf der Tannenbrücke seien solche Risse zu beobachten.

Im Fall der Hafenbrücke komme hinzu, dass das Bauwerk mit 110 Metern sehr lang und zudem stark befahren sei, auch von Schwerlastverkehr. Dadurch sei die Brücke vergleichsweise hohen Schwingungen ausgesetzt. Von Pfusch oder einer schlechten Ausführung durch die Firma Gerdum und Breuer könne keine Rede sein.

Eigentlich müssten Risse erst ab einer Breite von vier bis fünf Millimeter „getränkt“, also mit Verdichtungsmasse gefüllt werden, erklärt die Fachfrau. Man habe aber auch die feineren Risse abdichten lassen. Damit solle verhindert werden, dass Wasser eindringt, das den Beton bei Frosttemperaturen sprengen kann. Außerdem dürften keine Tausalze in die feinen Spalten gelangen, da diese die Eisenverstärkung im Beton angreifen.

Sie gehe nicht davon aus, dass sich das Problem weiter ausdehnt, sagt Bidzan-Cornelius. In den vergangenen Monaten habe sich die Situation nicht verändert, einen Winter habe die Brücke auch schon hinter sich. In jedem Fall werde man die Risse aber im Auge behalten. Die Gewährleistung durch die Baufirma gelte fünf Jahre lang. Im Falle, dass die Kappen, die in der Regel eine Lebensdauer von 25 Jahren hätten, ernsthafte Schäden aufweisen, werde man eine Sanierung fordern.

Video aus dem Archiv: Alte Brücke wird abgerissen

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