Erkrankungen nehmen zu

Schon sieben Hantavirus-Fälle in der Region Kassel

Krankheitsüberträger: Rötelmäuse sind der Grund dafür, dass in Deutschland die Infektionen mit Hantaviren in die Höhe geschnellt sind. Die Nagetiere haben sich aufgrund eines großen Nahrungsangebots an Bucheckern vermehrt. Foto:  dpa

Kassel. Hantaviren sind in diesem Jahr bundesweit auf dem Vormarsch. Das Gesundheitsamt in Kassel registriert mehr schwere Verläufe. Auch KSV-Stürmer Sebastian Schmeer litt darunter.

Bundesweit sind Hantaviren in diesem Jahr wieder auf dem Vormarsch. Der Grund: Im vergangenen Jahr gab es besonders viele Bucheckern, daraufhin vermehrten sich auch die Rötelmäuse, die häufig Hantaviren in sich tragen. Während es im gesamten vergangenen Jahr in Kassel insgesamt drei Hantavirus-Fälle gab, sind es in diesem Jahr bereits sieben Fälle, vier im Landkreis und drei in der Stadt Kassel.

Sebastian Schmeer

Auffallend dabei sei, dass die Betroffenen fast alle unter schweren Verläufen zu leiden hatten, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. „Es hat lange gedauert, bis sie wieder gesund waren.“ So erging es auch dem KSV-Stürmer Sebastian Schmeer (wir berichteten). Anfangs litt er unter grippeähnlichen Symptomen, dann verschlechterte sich sein Zustand rapide, seine Nieren arbeiteten nicht mehr.

Wie auch bei den anderen betroffenen Patienten in der Region erholte sich der Fußballer wieder, und nicht einmal acht Wochen später konnte er sein Training wieder aufnehmen.

Damit auch solch schwer verlaufende Hantavirus-Erkrankungen letztlich gut ausgehen, sei es wichtig, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und die Behandlung zu beginnen – wenn nötig, wie bei Sebastian Schmeer, im Krankenhaus.

Eine Hantavirus-Infektion verläuft nach einer Inkubationszeit von 12 bis 21 Tagen meist zunächst grippeähnlich mit über mehrere Tage anhaltendem hohen Fieber (über 38 Grad) sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In einem solchen Fall sollte ohnehin ein Arzt aufgesucht werden. Und wer solche Beschwerden hat und Kontakt zu Mäusen oder deren Hinterlassenschaften hatte, sollte den Arzt informieren, dass es einen möglichen Zusammenhang geben könnte.

Bei einem schweren Verlauf können auch Blutdruckabfall und schließlich Nierenfunktionsstörungen bis zum akuten Nierenversagen auftreten.

Hintergrund: So kann man sich schützen

Um sich vor einer Infektion mit dem Hantavirus zu schützen, sollte man den Kontakt mit Mäusen und deren Ausscheidungen vermeiden. Wer also Schuppen, Scheunen oder andere Räume reinigen möchte, in denen Mäuse gelebt haben, sollte einen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen. Beim Beseitigen von Mäusen oder Ratten und deren Hinterlassenschaften sollte man diese vorher mit einem Desinfektionsmittel besprühen und in verschlossenen Plastiktüten entsorgen. Mögliche Schlupflöcher für Nagetiere sollte man verschließen, um zu verhindern, dass sie ins Haus oder an Lebensmittel gelangen können. Bei schlimmeren Plagen, zum Beispiel im Garten, sollte man einen Schädlingsbekämpfer rufen.

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